Inhaltsverzeichnis

Hohlraumversiegelung


Allgemeines

Eine Hohlraumversiegelung bzw. Hohlraumkonservierung ist eine Konservierungsmaßnahme an Kraftfahrzeugen. Dabei wird in Hohlräume von Fahrgestell und Karosserie, in die bei normalem Betrieb Wasser oder (feuchte) Umgebungsluft eindringen können, ein Rost-Inhibitor eingebracht. Dieser sollte gut kriechfähig sein und eine dauerhaft wasserdichte Oberfläche ausbilden. Bei Neufahrzeugen wird heute durchweg ein Hohlraumschutzwachs verwendet. Dieses kann auch bei Altfahrzeugen eingesetzt werden, hat allerdings den Nachteil, nach einigen Jahren brüchig zu werden. Alternativ werden Fette eingesetzt, die sich bei Erwärmung im Sommer verflüssigen und stets elastisch bleiben, die erste Wahl bei Altfahrzeugen. Eine nachträgliche professionelle Versiegelung setzt die sorgfältige Reinigung und Rostentfernung zu bearbeitender Partien voraus, darüber wirkt sich eventuelle Restfeuchte stark negativ aus, da diese gewissermaßen mitkonserviert wird. Bei späteren Schweißarbeiten sind nachbehandelte Fahrzeuge mitunter stark brandgefährdet, da oft zuviel Wachs verwendet wird. Dieses ist leicht entzündlich, wenn der Flammpunkt überschritten wird. Die regelmäßige Reinigung von vorgesehenen Wasserabläufen ist geboten, um Wasseransammlungen in Hohlräumen zu vermeiden.


Lada Niva

Die werksseitig oder vom Händler eingebrachte Hohlraumversiegelung ist in der Regel immer unzureichend bzw. gar nicht vorhanden. Zur Hohlraumkonservierung sollte im Idealfall ein Korrossionsschutzfett verwendet werden. Für einen Lada Niva werden beispielsweise 8 bis 10 kg „Mike Sanders“ benötigt. Weiterhin gibt es noch eine Vielzahl anderer guter Mittel, z. B. TimeMax, Fluid Film, das Siega Fett von Gerd Mönnich, Elaskon etc., welche verwendet werden können. Jedes Mittel hat in gewisser Weise Vor- und Nachteile, dass absolute Wundermittel gibt es nicht.

Wichtig ist, dass alle unten genannten Stellen behandelt werden und die Hohlräume in gewissen Abständen kontrolliert und ggf. nachbearbeitet werden.

Das Korrossionsschutzfett sollte auch in die Radhäuser und auf den Unterboden aufgebracht werden. Danach sollten unbedingt Radhausschalen (Innenkotflügel) eingesetzt werden.


Problemzonen

Verstärkung für hinteren Radkasten/obere Federaufnahme

-Diese Verstärkung hat keinen Zugang, will man diesen Hohlraum behandeln, muss eine Bohrung im oberen Bereich der Verstärkungswulst gesetzt werden.
radkali.jpg
Behandelte Verstärkung
Gebohrte Löcher im oberen Bereich der Verstärkungswulst
Widerlager für langen Längslenker

-Dieser Hohlraum ist zwar vom Innenraum aus zugänglich, dafür müssen aber die Matten ausgebaut werden. Einfacher geht es durch diese kleine Öffnung.
hohlr02.jpg
Widerlager für kurzen Längslenker

-Das Verstärkungsblech bildet einen Hohlraum welcher ohne Zugang ist. Man kann aber durch die vorder Ecke ganz gut hinein sprühen.


weiter Infos
hohlr03.jpg
Verstärkungssicken im Motorraum

-Entfernt man die Clips des Kabelbaumes hat man einen Zugang zu den oberen Sicken.
Tipps zum Nachbehandeln
Weitere Problembereiche Rost