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Rallye-Tagebuch gechrieben von Andrea

SAND IM GETRIEBE......EIN NIVA IN DER WÜSTE

12.05.2016

Email von Sebastian: „Kann losgehen, kannst dir Gedanken um´s Farbdesign machen….ich hab ´nen Käfig bestellt.“

Nee oder? Er meint es ernst ….wir fahren die ElChott im Niva!

Und das kam so:

Eigentlich drängte ich Sebastian seit einiger Zeit, doch mal wieder die ElChott zu fahren. Vor vielen Jahren hat er schon mehrfach mit der Cagiva daran teilgenommen. Ich glaubte in Gesprächen, schließlich bin ich eine Frau, den unterschwelligen Wunsch nach Wiederholung zu spüren. Aber er meinte, wenn, dann zusammen…..ganz ehrlich, dafür fühlte ich mich einfach nicht fit genug auf dem Motorrad. Dann die ganzen neuen Eindrücke und das Drumherum so einer Rallye. Und dann auch noch im Sand. Meine Erfahrungen damit beschränkten sich auf 3 Tage MT Series. Jedenfalls bekam ich immer dasselbe zu hören:“….fahr doch mit.“

Ich blieb unbeugsam, irgendwann fiel dann der entscheidende Satz: „Sag mal, und was, wenn wir im Niva fahren?“ Und in welchem, bitteschön? Wir haben es doch noch nicht mal geschafft, den Diesel fertig zu machen. Und das seit fast 2 Jahren…..und nun noch ´ne Baustelle?

Einschub: Baustellen eröffnen können wir gut. Kurz danach hab ich bald keinen Elan mehr, eigentlich noch sooo viel Anderes zu tun und Sebastian verliert sich in Experimenten, Kleinigkeiten und letztendlich wieder in neuen Baustellen.

Da war vor, ich glaub bald 3 Jahren, mal ein Anruf, wir könnten einen Singlepointer geschenkt bekommen. Läuft eigentlich, nur manchmal spinnt das Steuergerät. Jasperfarben, ach nein, Granatrot. Und dieser, mittlerweile auf GranatE getaufte Niva, soll es nun sein. Der soll uns in die tunesische Sahara bringen. Als Teilnehmer bei der ElChott im Oktober´16 in der Klasse der Serienfahrzeuge. 14 Tage lang, mit vorheriger Anreise bis Genua zum Fährhafen und das Ganze wieder zurück. Bedeutet 3 Wochen Urlaub nehmen um rund 5000km abzuspulen.

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Also schauen wir uns den Wagen mal genauer an. Wird ja nicht plug&play zum Rallyeauto. Erste Gedanken dazu:

- Schweller und Radläufe müssen geschweißt werden (ok, das ist völlig normal am Niva)
- wir brauchen einen Überrollkäfig (ja, das ist zwingend nötig für die Teilnahme, was mich drüber nachdenken lässt, auf was ich mich da eigentlich einlasse)
- Stoßdämpfer vo und hi
- höchstwahrscheinlich ´nen größeren oder zusätzlichen Tank
- Spritzlappen
- Einbaukit für die ExplonaTrackingBox
- Tripmaster
- „Kleinigkeiten“ wie Bergegurt, Sandschaufel und –bleche, Signalraketen, Plane…..

Einschub: ….lese jetzt, 15.10. grad nochmal quer…..herrlich naiv…..damals dachte ich tatsächlich, die Vorgaben im Reglement wären alles, was man an der Karre noch machen müßte….

Und was ist mit den Fahrern?

-Helme (klar sind Endurohelme da, aber vielleicht will ich ja als Navigator (Ohgott nächstes Problem) ab und zu mal was knabbern ;o)
-geeignete Gegensprechanlage (denn flüsterleise sind vielleicht moderne Staubsauger, aber nicht der Niva)

Und sonst noch so?

-Notration für mindestens eine Aussenübernachtung (gleich mal nach der Fauna in der Sahara ixquicken)
-Schlafsäcke und Zelt
-Wasserkanister
-Nutella, Dauerbrot, Nüsse, Trockenfrüchte, Reiskräcker….
-ich les immer wieder von Motorradbrillen wegen dem Wind im Sand ;o)

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15.05.2016

Ok, wie man sieht, habe ich mich tatsächlich erstmal mit dem Design beschäftigt. Eigentlich für die Fahrtüchtigkeit völlig unrelevant. Aber irgendwie doch wichtig. Schließlich möchten wir uns mit dem Auto identifizieren können und außerdem will man sein Auto ja auf den späteren Fotos schnell wiederfinden…….vorausgesetzt, wir erreichen den ersten Fotografen.

Also….eigentlich haben wir alle Möglichkeiten bei der Farbgestaltung, aber irgendwie dann doch auch wieder nicht. Denn Sebastian möchte als Grundfarbe, was wohl? Klar….weiß. Zur allergrößten Not geht noch, was wohl? Klar….saharabeige. Gut, damit kann ich leben. Dann weiter. Klassisch mit Streifen wär schon schön. Auf die Richtung der Streifen einigen wir uns auch schnell, denn von hinten-unten nach oben-vorn sieht bei Weitem nicht so schnittig aus als andersherum….schnittig in Kombination mit Niva…janee….isklar ;o) VDS-Design in Regenbogenfarben gefällt uns beiden, ist ja aber schon erfunden. Blau-Rot kommt auf Weiß immer gut. Grün und Braun würden mir ebenfalls gefallen.

Mal sehen, was noch kommt.

22.05.2016

Mein Urlaub ist genehmigt und ich versuche so oft es geht mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, wegen der Kondition. (der Sommer 2016 wird mir da auch entgegenkommen, denn der ist stellenweise sehr warm)

Beide Radkästen sind geschweißt. Jetzt wartet Sebastian auf die Schweller. Eigentlich werden die immer aufwändig repariert. Jetzt fehlt uns die Zeit für „Basteleien“….also als Ersatzteil bestellt.

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Auch nicht ganz unwichtig ist ja die Reifenfrage. MT für Geröllwüste , im Sand dann eher wieder die AT. Zweiter Reifensatz kommt nicht in Frage wegen dem Gewicht, nur ein Rad als eiserne Reserve. Liest man in den einschlägigen Foren zum Thema, kommt man, wie ein user aus dem Offradforum zum Fazit: „Am besten, man nimmt ein Pferd….das kann man danach wenigstens noch essen.“ Anfrage bei Mayerosch läuft.

Den Veranstalter, Jörg Schumann, nerve ich in der Zwischenzeit mit allen möglichen Fragen. Reifen, Transportmöglichkeiten von Werkzeug, Versicherungen…… zugegebenermaßen läuft die Suchmaschine in meiner freien Zeit heiß, aber die direkte Auskunft eines Erfahrenen lässt sich dadurch schlecht aufwiegen. Jörg antwortet auch sehr geduldig, danke nochmal dafür, und bittet uns dann, nicht zu lange mit dem Anmelden zu warten.

Ursprünglich wollen wir bis Mitte Juli den Baufortschritt an der GranatE abwarten, um dann zum Normalbuchertermin zu nennen. Nun ist es ja so, dass die politische Lage in Nordafrika, sagen wir mal, etwas unausgeglichen ist. Ein paar Teilnehmer finden sich für so eine Rallye immer, aber lebt so eine Veranstaltung nicht auch vom Wettbewerb unter einer größeren Auswahl an Teilnehmern? Das Feeling ist doch bestimmt unvergleichlich schöner, mit vielen Gleichgesinnten so ein Abenteuer zu erleben. Und je mehr Fahrzeuge in der Teilnehmerliste als angemeldet erscheinen, umso größer ist die Chance, Unentschlossene noch mit ins Boot zu schubsen.

25.05.2016

Nachdem Sebastian meint: „….dann meld´ uns halt schon an, wir wollen doch fahren…“, mache ich das umgehend. Vormittags angemeldet und nachmittags schon sieht man in der Symbolleiste der teilnehmenden Fahrzeugtypen das Wolgaschiffchen…..und mit der Startnummer 205 als Erste in der Serienfahrzeugklasse das Team Niva-Wiki. Was für ein tolles, aber auch ein wenig mulmiges Gefühl…..jetzt wird’s ernst!

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Am Wagen geht es nun auch weiter. Die bestellten Schweller sind da.

Sebastian schreibt: „Und dann der entscheidende Schnitt am Granate-Schweller. Erfreulicherweise sieht es dahinter viel besser aus als befürchtet. Die meiste Arbeit wird es vorn geben, da habe ich noch ein paar Quertraversen bestellt. Die sehen sehr schlecht aus und kommen auch neu.“

19.07.2016

…..und an Arbeit, vor Allem für Sebastian sollte es in den vergangenen Wochen nicht mangeln.

Seltsame Füllstoffe, vom Vorgänger für den TÜV gebraucht, wollten wieder durch Bleche ersetzt werden. Riesige Rostfraßstellen wurden ausgebessert.

Dazwischen immer wieder Recherche, Erfahrungen einholen, die es ja für den Niva in der Wüste nicht gerade wie Sand in der Sahara gibt.

Dann erlagen wir einer Phase der drohenden Resignation.

Der Veranstalter teilte bedauernd mit, dass, wenn es nicht bald noch ein paar Anmeldungen gäbe, die Wertungsklasse gestrichen und dafür eine rein touristische Tour durchgeführt würde. Das war jetzt gar nicht in unserem Sinne. Denn obwohl wir keinen Plan haben, ob unser Niva so einen Ritt überhaupt überstehen, und ich womöglich mit der Navigation zurechtkommen werde, so wollten wir uns dennoch nicht mit dem Gedanken anfreunden, in größerer Gruppe mitfahren zu müssen. Jeden Fotostopp, jede Bergungsaktion, jede Zigaretten- und Pinkelpause mitmachen? Nicht so richtig unsere Vorstellung der Reise.

Einschub: An die Möglichkeit, dass wir selber der Anker sein könnten, dachten wir da noch nicht

Naja, und so kam der Bau erstmal etwas zum Erliegen. Gab ja auch noch die anderen Projekte und Hobbies.

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Dann die erhoffte Wendung…..die Vortour findet statt! Schön, also weiter ging´s.

In der Zwischenzeit war auch der Überrollkäfig angekommen. Das Einpassen in den Niva nahm eine gute Woche in Anspruch. Ob´s nun am Käfig oder den Fertigungstoleranzen des Niva lag….? Letztlich konnte aber sogar noch ganz ansprechend die Verkleidung drum herum gebastelt werden und so stützt er nun klargelackt den Innenraum.

Wollte Sebastian mal was anderes als Rost sehen, bestellte er nach und nach das „Zubehör“.

Sitze, Gurte, Buchsen, Helme, Spoiler……

Wir haben überall dem Low-budget-Gedanke Oberhand gelassen, wer weiß, ob wir das Auto nach der Tour je wieder fahren wollen. Ansonsten kann man ja nach und nach aufrüsten.

03.08.2016

Beim obligatorischen Blick in die Teilnehmerliste mussten wir leider feststellen, dass die Anzahl der Teams abnahm. Nur noch 57 Teilnehmer. Aber da die Vortour lief, war die Angst nicht gar so groß. Die wuchs dann allerdings wieder, als die Nachricht vom Abbruch der Vortour kam. Ein Auf und Ab der Gefühle. Weitermachen, Aufgeben, Umrüsten?

Zu unserer Erleichterung wurde der Termin der Vortour glücklicherweise nur verschoben. Vom heißen August auf Anfang Oktober. Also alles gut. Über die Entwicklung der politischen Lage mag man sich, in Anbetracht der um sich greifenden Anschläge, gar keine tieferen Gedanken machen.

Mittlerweile ist die Teilnehmerzahl auch wieder auf 65 gestiegen. Wie schön, auch wenn wir uns langsam wundern, warum niemand in unserer Klasse, also bei den Serienfahrzeugen nennt ;o)

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12.09.2016

Die GranatE beschäftigte Sebastian weiterhin mit ihren vielfältigen Überraschungen bezüglich Lokalität und Intensität der vorhandenen Roststellen. So wurden zum Beispiel die Region um die Blinker und die Unterkante der Heckklappe zum nervenden Zeitfresser.

Das gab mir Zeit, die Felgen zu schleifen und zu lackieren und beim Schrauber um die Ecke zum Reifen aufziehen zu bringen.

Dann war der Zeitpunkt gekommen, sich ernsthaft mit dem Lackieren der Karosse zu beschäftigen. Die Tage Anfang September waren noch gut warm und so nahm ich die Sache endlich in Angriff. Wir sahen das ganz fatalistisch, mit billigstem Einkomponentenlack in Reinweiß und für die Deko Sprühdosen für 3,99€. Zweimal überschlagen und der Lack ist eh hinüber ;o)

Das Design übernahm ich letztendlich grob von den Entwürfen ganz am Anfang. Die genaue Linienführung entwickelte sich während des Abklebens und durch kleine Patzer, die spontane Richtungswechsel erzwangen.

Nun sind wir mit der Optik recht zufrieden, nur den recht skurrilen Vorschlag Sebastians, auf das Dach ein großes „H“ zu sprühen müssen wir noch überdenken…..

In den Trocknungspausen durfte Sebastian wieder ran, verstärkte die Hinterachsaufhängung und spendierte dem Wagen Polyurethanbuchsen. Bessere Stoßdämpfer und neue Federn wurden verbaut. Auch vertieft er sich momentan in den Einbau der Sitze. Immerhin hocken wir mehr als zwei Wochen lang täglich für lange Strecken im Wagen, da schreien Rücken und Gesäß natürlich nach einer intensiveren Beschäftigung mit den Sitzkonsolen.

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…..und haben wir mal gar keinen Bock auf Werkstatt, üben wir unter halbwegs realistischen Bedingungen das Fahren im schweren Gelände und spielen Spintires mit Niva-Mod;o)

15.10.2016

Aktuelle Teilnehmerzahl: 97; mit dabei die erste tunesische Rallyefahrerin

Die Sitze sind mittlerweile eingebaut, genau wie die Mittelkonsole zum „Rallyecockpit“ mutiert ist. Der Öhlkühler tut seinen Dienst, Zusatzscheinwerferchen hocken auf der gekürzten Stoßstange und unterstützen die kläglichen Originalfunzeln.

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Der erste kurze Test neben der Autobahn entlockte mir Geräusche…..nein, keine Begeisterung….blanke Panik. Mit so geringer Geschwindigkeit dürfte ich nicht auf der Autobahn fahren, aber daneben, im Dunkeln, eingeklemmt zwischen Maschendrahtzaun und Bäumen…..überlegte ich kurz, wen ich so wenig mochte, dass ich ihm den Platz als Navigator ohne schlechtes Gewissen überlassen könnte. Sebastian wurde dann auch noch schlecht, und zwar als er auf gerader Strecke die Sperre einlegte. Der gesamte Antriebsstrang verspannte sich. Das ungute Rappeln ließ nur einen Schluss zu: der Vorbesitzer hatte verschieden übersetzte Differentiale in Vorder- und Hinterachse verbaut. Mach schon mal die Werkstatt warm……

Die Lösung war zwar wieder zeitaufwendig, aber für Sebastian kein Problem. So sah dann Tage später die ausgedehntere Probefahrt nach Grimma wesentlich besser aus. Der Niva schnurrte problemlos in jeder Lage durch den Freistaat. Dafür wurde mir nach 10min intensivem auf´s Navi schauen speiübel, aber ich hoffe bei der Rallye sind die Roadbookbildchen mehr als 50m auseinander…..damit mein Auge etwas in der Landschaft ruhen kann. Langsam beschleicht mich das Gefühl, keinen Erholungsurlaub gebucht zu haben….

Leider ergab sich dann doch noch die Notwendigkeit, nach der Kupplung zu schauen. Aus dem Schauen wurde letztendlich ein Abend in der Werkstatt, während dem natürlich noch andere Baustellen zutage kamen.

Und wenn wir so auf unsere Liste der noch abzuarbeitenden Dinge schauen, stellen wir fest, dass irgendwie mal wieder das Soll mit dem Ist vertauscht ist.

Einschub: Dummerweise breche ich mir Anfang Oktober auch noch ´nen Mittelhandknochen (natürlich rechts). Nicht, dass ich jetzt selbstständig den schnell noch nötigen Radlagerwechsel durchführen könnte, aber es wären ja doch genug Handlangerarbeiten zu erledigen, die Sebastian entlastet hätten. Naja, beschränke ich mich halt auf Werkzeug wegräumen, Rumjammern und überflüssige Kommentare….

Für die doch nicht unwichtige Frischluftzufuhr hat Sebastian vorn, mittig im Dach eine recht weit zu öffnende Klappe eingebaut. Das Befestigungsmaterial für den vorgeschriebenen GPS-Logger und das Explona-Trackingsystem ist angekommen und wir haben es nach etwas Rumprobiererei an der oberen Strebe des Überrollkäfigs befestigt. So kommen wir bei Bedarf beide ran. Unterfahrschutz ist verbaut, natürlich ging auch das nicht plug´n play.

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Nun steht unter anderem noch der Ausbau im Heck an. Lange haben wir überlegt, was wir überhaupt an Ersatzteilen mitnehmen sollten. Von Freunden haben wir Kisten in verschiedenen Größen bekommen. Nur wie anordnen, dass es Sinn macht, man fix überall rankommt, aber hauptsächlich die wichtigen Sachen in Reichweite sind? Die Gewichtsverteilung im Wagen sollte man vielleicht auch nicht vernachlässigen. Und nicht nur das Ersatzrad und der Kanister müssen stabil befestigt sein. Sonnenblendstreifen fehlt auch noch, die originalen Sonnenblenden korrespondieren nicht mit dem Käfig.

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Rüdiger, ein ElChott-Mitstreiter auf dem Motorrad, nimmt unsere „Wettbewerbsreifen“ in seinem Transporter mit nach Voghera, dort stecken wir dann um und übernehmen dafür ´nen Rucksack mit Klamotten, die er nicht auf die Strecke mitnehmen will.

Apropos Voghera…..steht ja auch noch die Entscheidung aus, wann wir losfahren. Mit Niva sind wir etwas entschleunigter unterwegs. Zu zeitig starten und dann ewig am Hotel warten wollen wir aber auch nicht. Zudem steht noch nicht fest, ob wir im Rallyehotel überhaupt noch ein Zimmer bekommen, der email-Kontakt ist in etwa so träge wie unser Auto.

Einschub einer mail von Sebastian, zum Thema Stirnlampe:

„….es ist doch einiges geworden. Zuerst habe ich weisungsgemäß eine Stirnlampe (und Öl) besorgt. Im Baumarkt einfach die teuerste mitgenommen und vorhin mal im Dunkeln probiert. Von der Alten wusste ich noch, dass es keine gute Idee ist beim Einschalten zu schauen wo das Licht rauskommt. Also auf den Kopf damit und den Knopf gedrückt. Passiert erst mal nix Spektakuläres, sondern es wird ein roter Lichtschimmer erzeugt. Ist das nun das Zeichen, dass der Fusionsreaktor gezündet wird? Oder U-Boot auf Schleichfahrt? Oder doch eine Warnung an Umstehende: Achtung Kopflampe wird aktiviert. Denkt man hier zu lange nach, wird beim nächsten Knopfdruck einfach alles abgeschaltet und es kehrt die absolute Dunkelheit zurück. Schaltet man aber mutig weiter, werden drei Photonenstrahlen gebündelt ausgeworfen, sodass man schlagartig den Kopf senkt weil man befürchtet das Garagentor wegzubrennen. Wenn dann die Lichtsäule ruhig vor sich hin wabert hat man noch die Möglichkeit das stufenlos zu dimmen. Aber was soll das? Hätte Darth Vader sein Lichtschwert gedimmt, wenn er die Möglichkeit dazu gehabt hätte??? Wenn ich draußen Richtung Nachbarn schaue, fangen da die Hunde an zu bellen. Hätten die Hühner, würde der Hahn krähen weil er denkt die Sonne geht auf…..“ Da scheint einer schwer begeistert von seiner Stirnlampe. Einschub 2: Eine große Schmach diesbezüglich erleidet Sebastian dann allerdings während der Rallye. Wie die meisten Teilnehmer dort, tragen auch die Jungs vom Bergeteam ihre Stirnlampen fast permanent spazieren. (Mich, weil ich keine trage, erinnern sie im Halbdunkeln aufgrund ihrer Farbgebung an Pandabären.… sehen von Weitem aus wie so kleine Plüschmaskottchen ;o) Als wir dann unsere erste Nacht mit den Bergern verbringen und die Pandas aktiviert werden, schwindet jede Farbe aus Sebastians Gesicht. Niedlich ist anders…. in diesem Lichtschein könnte man glatt ´ne OP durchführen ;o)

Die restliche Zeit vergeht rasend schnell und völlig unerwartet überrascht uns der Tag der Abfahrt.

Donnerstag 20.10.2016

Gestern Abend ging das Licht in der Werkstatt erwartungsgemäß erst spät aus. Heut morgen Packen und Einladen, der Niva geht heftig in die Knie. So war das nicht gedacht. Start vor der Haustür 13:00Uhr, bei ca 7°C und Regen. Die Aufregung hält sich in Grenzen, der Lärm im Wagen nicht. Wir werden uns daran gewöhnen müssen.

Wir übernachten in Nähe Ingolstadt.

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Freitag 21.10.2016

Weiter geht es 7:30 Uhr bei Shitwetter, problemlose Fahrt bis Voghera/Italien. Dort kommen wir 15:30Uhr an, am Hotel „Rallye“. Ein reichlich abgehalftertes Hotel mit Einrichtung aus den 60er Jahren, aber das ist ok. Leider ohne Restaurant, das wiederum ist nicht ok. Aber die Pizzeria 500m die Strasse hoch entschädigt.

Vorher melden wir uns bei Jörg an, kleben die Startnummern und Sponsorenwerbung. Rüdiger ist mit unseren Rädern schon da, also können die auch gewechselt werden.

Spannend wird es dann mit Piotr und Pawel, im weiteren Verlauf auch durchaus mal liebevoll Lolek und Bolek genannt. Die beiden kümmern sich um das Explona Trackingsystem und den GPS-Recorder. Beides muß nun erstmal richtig befestigt werden, so dass es nicht mehr „moved“, so Lolek. Es entwickeln sich köstliche Dialoge mit den beiden. Wir werden gebeten, nicht mit der abnehmbaren Motorhaube die versteckten Wegpunkte „anzulaufen“ und bekommen die Symbolik der verschiedenen Notrufe sehr einprägend erklärt. Sternchen z.B. ist die Klimaanlage….. Auf Rüdigers Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Befestigungsmethoden meint Piotr nur: “I want to look in your face, if you finish after eight hard hours in the hot tunisian sun at the motobike, and than I said: „ Sorry….I don´t have your track.” “ Im Dunkeln ist es dann endlich vollbracht. Diese Aura der Langsamkeit, die die beiden umwabert, werden wir nun täglich aufs Neue erleben.

Wir erfahren, dass der schweizer BMW-Fahrer noch im Stau steckt und der Servicetruck, ebenfalls in der Schweiz mit überhöhter Zuladung auf die Freigabe zur Weiterfahrt wartet. Gespannt beobachten wir die Eintreffenden und knüpfen erste Kontakte.


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Samstag 22.10.2016

9:00Uhr Start nach Genua mit dem ersten Roadbook. Das klappt auch prima bis zum Hafen. Dort werden wir von der Hafenpolizei sehr bestimmend in Richtung Gate 7 geschickt. Wir haben Zweifel, ob das richtig sein kann, denn kein anderes Rallyefahrzeug ist zu sehen. So stehen wir eine geraume, sehr zähe Weile im Niemandsland zwischen hupenden Lasterfahrern und zielstrebig einfahrenden Händlern. Dann kommen wir auf die Idee, doch mal ein Stück nach vorn zu fahren und sehen erleichtert unsere Mitstreiter.

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Dann heißt es warten bei Regen, Sonne, Hagel und Wind. Viel Zeit für erste Gespräche mit den anderen. Neben uns zum Beispiel in der grünen Gazelle die netten Chemnitzer, die während der Rallye mit einem kühlen Radler und kleinem Imbiss aufwarten. Oder die Dresdener, die sich um die Zeitnahme und Auswertung kümmern werden. Langsam treffen auch die restlichenTeilnehmer ein und wir laufen staunend und mit offenem Mund die Reihen ab. Den Niva dann wiederzufinden gestaltet sich schwierig, denn er ist neben dem Buggy und dem Quad (die allerdings beide noch verladen sind) das kleinste Fahrzeug. Die mitleidigen Blicke ignorieren wir noch und kochen uns einen Kaffee. Dass das nicht das bevorzugte Getränk der Rallye ist, ahnen wir schnell. Schon um 10 Uhr öffnen sich die ersten Bierbüchsen und gegen 12Uhr ist die erste Flasche Ramazotti leer. Wir bleiben standhaft.

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Das Warten zieht sich, 18:00Uhr darf die Rallyegruppe als erste Passagiere auf´s Schiff. Vorteil ist der, dass wir jetzt auf und nicht mehr vor dem Schiff warten dürfen. Da ich noch nie mit Fähre gefahren bin, wird mir nicht langweilig und so verfolge ich gespannt das Treiben auf und neben den Rampen. Italienische und tunesische Händler mit voll beladenen Transportern bestimmen das Bild. Der Chefeinweiser hat zwar einen Fußstellungsfehler aber sonst wohl den Durchblick.

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Meine Hoffnung auf ein Auslaufen im Hellen wird leider nicht erfüllt, die Fähre legt im strömenden Regen und in völliger Dunkelheit ab. Ein letzter Gruß an die Lieben daheim, dann wieder Wartestellung.

Der Rallyetross hat Hunger. Doch wir dürfen noch nicht ins Restaurant, nein, wir sitzen in der Disco fest und hoffen, dass der Kapitän, der uns eigenhändig begrüßen möchte, auch keinen Bock auf lange Reden hat und sich beeilt. Gefühlt vergehen Stunden, bis er dann endlich mit seiner Gefolgschaft, lauter Musik und Wunderkerzen eintrifft, drei Sätze spricht in denen er uns willkommen heißt. Wahrscheinlich hört keiner zu, denn es werden adrette Minihäppchen serviert…..alle stürzen sich auf die winzigen Blätterteigteilchen….der Wettkampf hat begonnen ;o)

Da der Tourismus in Tunesien arg zum Erliegen gekommen ist, ist unsere „Reisegruppe“ schon was Besonderes und das werden wir in den nächsten Tagen immer wieder zu spüren bekommen. Nichts dagegen, wenn ich nicht wieder mit mächtig Kohldampf warten muß….

Das Abendessen ist reichlich und lecker, wir lernen Fahrer und Navigatorin eines modifizierten Mitsubishis kennen und essen um die Wette Harissa. Dann verkriechen wir uns bei völlig ruhiger See in die Kabine und testen die spannende Vacuumspülung.

Sonntag 23.10.2016

Das Frühstück wird jäh unterbrochen, da Sabri, der quasselnde Quadfahrer spontan eine Führung im Maschinenraum organisiert hat. Vorerst landen wir allerdings auf der Brücke, was ja auch interessant ist. Bevor wir in die unteren Bereiche der Fähre vordringen, treffen wir uns aber alle zur ersten Fahrerbesprechung. Der grobe Ablauf wird erklärt und die zahlreichen Orgamitglieder werden vorgestellt. Gefühlt war der Applaus bei Erwähnung des gekühlten Bierfasses am lautesten. Das Zeitnahmeteam spielt uns die 11 Tracks der Rallye auf die GPS-Geräte, das erinnerte mich wieder daran, mich noch nicht wirklich mit der Navigation beschäftigt zu haben. Was soll´s….bis jetzt seh ich nur Wasser, kein Körnchen Sand ;o)

Mit Ohrenstöpseln ausgerüstet begeben wir uns dann in den Schaltraum, später noch tiefer in den Maschinenraum. Im Höllenlärm verstehen wir dennoch zum großen Teil, was uns die beiden jungen tunesischen Maschinisten mit äußerster Hingabe erklären. 05brue 05smasch

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Gegen 15:00Uhr laufen wir in La Goulette ein. Die Abfertigung geht recht fix vonstatten. Hektik entsteht kurz beim Kauf der Tourimarken. Wir wechseln auch gleich noch Geld, 250 € entsprechen ca.600 TND. Bei der Ausfahrt bekommen wir die Fenster nicht schnell genug hochgekurbelt und so landet eine tunesische Flagge im Wagen, die wir zwar nicht wollen, aber dann doch völlig überfordert behalten und dem kleinen Jungen bezahlen. Das Popcorn verweigern wir erfolgreich. Die Flagge stecke ich in die Lüftungsschlitze der C-Säule, sie begleitet uns während ganzen Rallye.

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Die beginnt jetzt mit der ersten Fahrt nach Roadbook von Tunis nach Mahdia ins Hotel „Palace“. Zum ersten Mal auf afrikanischem Boden bewundere ich die herrliche Landschaft, ärgere mich aber gleichzeitig über den unglaublichen Gestank von brennendem Kunststoff und den Müll, der überall in den Kaktusfeigen im Wind flattert. An den sehr individuell gestalteten Strassenverkehr gewöhne ich mich allerdings recht schnell.

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19:00Uhr kommen wir im Hotel an. Die Zimmer sind für unseren Geschmack etwas überdimensioniert, wie auch das Buffet. Das nutzen wir aber trotzdem ausgiebig. In der ungewöhnlich schwülen Luft vertreibt sich der Großteil der Leute die Zeit beim WiFi in der etwas kühleren Lobby und der Abend klingt langsam aus.

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Montag 24.10.2016

Schon beim Frühstück läuft der Schweiß in Strömen. Seltsam, hatten doch alle erzählt, dass die tunesische Wärme eine angenehmere als bei uns in D ist. Zum Glück sollten sie Recht behalten, die aktuelle Luftfeuchte war wohl dem vielen Niederschlag der letzten Tage geschuldet. Da am Abend die Zeit zu knapp war, besuchen wir vor der Abfahrt schnell noch das Meer. Viel mehr als Füße naß machen ist allerdings nicht drin, denn wir wollen dem Werkstatt- und Transportservice-LKW noch unsere Ersatzantriebswelle mitgeben, bevor wir dann 8:00Uhr vorm Hotel in die 2. Etappe starten. Mit 490km Gesamtdistanz ist diese nicht zu verachten, außerdem liegen Prolog und die erste Wertungsstrecke vor uns, so dass wir es vorziehen loszufahren, noch bevor das tunesische Filmteam die Kamera aufgebaut hat.

Wir sind gespannt, was uns auf der langen Strecke von Mahdia über El Hamma nach Ksal Ghilane erwarten wird. Die Fahrt gestaltet sich auf den ersten 100km nicht ganz einfach. Dichter Nebel, freilaufende Esel, geschwindigkeitshemmende Asphaltbuckel, verkehrsdichte Strassen und umgekippte Gasflaschenlaster lassen Sebastian ganz schön ins Schwitzen kommen. Das Roadbook stimmt auffallend und so kann ich mich in Ruhe an meinen neuen Job auf Zeit gewöhnen.

Gerade rechtzeitig da, um 12Uhr in den Prolog zu starten, hören wir vom Ausfall des slowenischen Teams in ihrem modifizierten Toyota. Getriebeschaden, noch weit vor der ersten Düne. Sehr ärgerlich so etwas. Dem Schweizer auf seiner BMW erging es später ähnlich, er fuhr sich in der Passage entlang einer Mülldeponie einen Platten. Der Prolog verläuft problemlos. Nur 11km auf schottriger Piste. In die darauffolgende Wertungsprüfung starten wir als fünftes Team. Die 210km bis Ksar Ghilane ziehen sich, bald sehen wir den ersten Sand, den da jemand neben die Strasse gekippt zu haben scheint. Die Navigation passt immer noch gut und bald wandelt sich die Strasse in Piste und schliesslich fahren wir in sandigen Spurrillen. Kurz vor Sonnenuntergang, den wir eigentlich schon im Camp erleben wollten, erreichen wir den ersten Dünengürtel, den es zu überqueren gilt.

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Kaum fahren wir über den ersten Dünenkamm, sitzen wir auch schon fast fest, denn irgendwie war der Übergang zum Dünenfahren fließend. Zu allem Überfluß hat uns da auch schon der Sweepertruck eingeholt, der ja bekanntlich das Fahrerfeld vor sich hertreibt. Der Druck steigt. Keine 50m von uns entfernt, entdecken wir die tunesische Rallyefahrerin, im Weiteren Rallyequeen genannt, die zusammen mit ihrem Navigator ebenfalls schon die Schaufel schwingt. Ich war schlagartig ernüchtert, dachte ich doch, wenn sich so eine Wüstenfüchsin gleich am Anfang eingräbt….was sollen dann die nächsten Tage noch bringen?

Der Berger fuhr zur Rallyqueen und Sebastian packte der Ehrgeiz. Kann ja auch nicht sein, dass wir gleich am Beginn schon Hilfe brauchen! Er sah sich die Dünen mit reichlich unentspanntem Gesichtsausdruck an…..und fuhr astrein durch die nächste Dünenpassage. Und so kämpften wir uns bis 19:30Uhr durch den Sand, von Düne zu Düne, von GPS-Punkt zu GPS-Punkt. Der Tag war schon lang, die Helme drückten und ich hatte mit einigen Navigationsunsicherheiten meinerseits zu ringen, was die Situation nicht unbedingt entschärfte. Allerdings drifteten wir nie sehr weit vom Kurs ab und fanden immer recht schnell auf die richtige Route zurück und wunderten uns über das tunesische Team, welches uns mehrfach entgegengefahren kam, um dann wieder mit vollem Caracho weiterzufahren. Vielleicht machte der Navigator auch noch nicht so lange seinen Job…. 06sberg 06vog

Im Dunkeln wurde es immer schwieriger den richtigen Weg zu finden, wir gruben uns kurz vor Roadbookende noch zweimal richtig ein, konnten uns aber mit Sandblechen , Schaufeln und Schnaufen selber befreien…..um dann ganz erstaunt mit großem Jubel am Ziel in Empfang genommen zu werden. Grund war der, dass wir eins von nur zwei Teams waren, die die komplette Strecke mit allen anzusteuernden Wegpunkten gefahren sind. Das hatten nicht nur wir, sondern offenbar auch die anderen uns nicht zugetraut. Ich war mächtig stolz, total knülle und bei Sebastian machten sich auf der Stirn Sorgenfalten breit.

Denn unsere hektische und teils unkontrollierte Fahrt hatte dem Niva schon ziemlich zugesetzt. Die neu verbauten Polyurethanbuchsen rechts schon stark angegeriffen, die Bremsleitung undicht gerieben, die Stoßdämpferaufnahmen vorn verbogen……und wir haben erst eine richtige Etappe hinter, und noch wesentlich Härteres vor uns.

Wir versuchen erstmal abzuschalten, bei reichlichem Abendbrot und den Berichten der anderen Rallyeteilnehmer will uns das aber leider nicht richtig gelingen. Noch zehn Tage soll unser malträtiertes Auto durchhalten….wir schaffen es noch, ein lecker kühles Radler zu trinken, zur Fahrerbesprechung die wenigen Änderungen ins Roadbook zu übertragen und fallen dann ins Zelt. Dessen Aufbau fiel uns schwer, mit unseren Kräften sind wir an diesem Tag nicht grad schonend umgegangen. Der Schlaf ist unruhig und wenig erholsam, sicher nicht nur wegen der Nähe zum campeigenen Notstromaggregat.

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Dienstag 25.10.2016

7;00Uhr klingelt der Wecker, wir quälen uns aus den Schlafsäcken und ich stelle entsetzt fest, dass ich die komplette Waschtasche im Hotel vergessen habe. Absolute Panik….ohne Zahnbürste geht gar nichts! Ausgerechnet jetzt, wo wir reichlich Sand zwischen die Zähne bekommen werden. Großartig Zeit bleibt zum Jammern nicht, denn bald nach dem Frühstück geht es an den Start zum 230km langen Rundkurs um Ksar Ghilane.

Wir blicken relativ entspannt auf den kommenden Tag, Sebastian konnte am gestrigen Abend noch einiges am Wagen richten. Traurig ist allerdings, dass von den vielen eigentlich gemeldeten Teilnehmern nur noch ca. 8 Teams übriggeblieben sind. Das ist recht überschaubar.

Einschub: Im Rückblick war das mit den wenigen Teilnehmern eigentlich gar nicht so schlimm. Zumindest zwischenmenschlich nicht. Man kam sich näher, die Gespräche waren intensiver, Freundschaften auf Zeit bildeten sich….und keiner, auch die Erfahrenen waren sich zu fein, uns Newbies mit Tipps zu füttern.

Nach Check des Explonasystems und der Trackingbox geht es am Monument los. Alle sind heiß auf´s Fahren und starten mit dickem Staubschweif. Bei uns klappt das nicht so gut, wir tuckern einfach los ;o) Es geht über 12 km Piste, dann biegen wir in die Dünen ab, die höher als die gestrigen sind. Es fällt uns schwer, einen für das Auto sinnvollen Weg zu finden und flüssig zu fahren. So beschließen wir nach einigen Wegpunkten, dem Wagen und unserer restlichen Rallyezeit zuliebe, am Rand des Dünengürtels entlangzufahren und den nächstgelegenen GPS-Punkt auf der Piste zu erreichen. Das gibt Strafzeit, doch die nehmen wir in Kauf. Besser, als mit kaputtem Wagen geborgen werden zu müssen. Die Rallye läuft ja auch noch ein paar Tage.

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Die vielen folgenden Kilometer Kamelgras-Hoppeldünen reichen vorerst, um Erfahrungspunkte zu sammeln und sich richtig durchschütteln zu lassen. Wir erreichen problemlos die Piste und folgen nun wieder dem Roadbook auf 120km. Unspektakulär erreichen wir den Ausstiegspunkt. Dort haben wir mit 6 Stunden schon eine Stunde Verspätung zu unserer TTC (timetocontinue) und fahren nun noch 30km über verwehte Pisten in die Oase zurück. Dort hören wir uns unter unseren Mitstreitern um und erfahren, dass der Sand wohl recht schwer fahrbar, weil sehr soft, ist. Wir haben keinen Vergleich und müssen das so glauben. Die Rallyequeen hat Probleme mit dem Wagen und der Motorradfahrer fährt auf Sparflamme.

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Am späten Nachmittag legt sich Sebastian in die Quelle, checkt dann den Niva durch und später pflegen wir unsere neu erworbenen sozialen Kontakte.

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Mittwoch 26.10.2016

Unter anderem dem schwer fahrbaren Sand geschuldet, wurde die Dünenpassage für heute gestrichen. Daher starten wir erst gegen halb zehn. Zu fahren ist heute wieder ein Rundkurs um Ksar Ghilane, diesmal 280km.

Einschub: Die ganz ursprünglich geplante Streckenführung nach El Borma mußte aufgegeben werden. Ob es nun an Sicherheitsfragen oder anderen unerfüllten/unerfüllbaren Absprachen scheiterte….der Veranstalter wird schon richtig entschieden haben.

Wir sind jedenfalls für heute nicht ganz böse über die fehlenden Dünen, zumal wir beim Frühstück erfahren haben, dass die G-Klasse seit gestern Morgen im Sand verschollen ist. Das letzte Signal vom Sicherheitssystem kam aus dem Ersten der zu fahrenden Dünengürtel. Ohne Signal weiß natürlich nun auch keiner, ob die Teilnehmer weitergefahren sind, oder feststecken, was überhaupt für ein Problem besteht. Im schlimmsten Fall können sie den Notruftaster gar nicht drücken…. Die Nachtwache, drei Orgafahrzeuge, warteten auf Sichtung der Signalraketen, um den Standort der Gestrandeten eingrenzen zu können. Auch das ohne Erfolg, kein rotes Licht in der Dunkelheit. Die Stimmung ist demzufolge etwas gedämpft. Sollte nur ein technischer Defekt vorliegen, sind zu große Sorgen unbegründet, denn alle Fahrzeuge müssen eine Notration an Wasser und Nahrungsmitteln mitführen. Nun heißt es also auf Lebenszeichen warten und weitersuchen. Eddie, der Orga-Mann auf dem Motorrad ist unterwegs in den Dünen, er ist schneller und wendiger als die Geländewagen.

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Wir befinden uns also auf dem Weg, größtenteils Holperstrecke, mehr oder weniger breite Pisten durch leicht bergiges Land. Wir können Olivenhaine und die dazugehörigen Wasserbeschaffungsmethoden bestaunen. Der Wunsch wächst, diese Landschaft einmal bei Regen zu erleben. Es muß gigantisch sein, wenn die vielen, mitunter zig Meter breiten Queds Wasser führen. Die wenige Vegetation kann den sandigen Boden, der meist auf Fels aufliegt, kaum halten, wenn von den Anhöhen das Wasser zusammenfliesst. So entsteht offenbar nach jedem Niederschlag ein mitunter völlig anderes Lanschaftsbild.

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Und durch diese teilweise sehr stufigen, ausgetrockneten Queds muß nun der Niva gelenkt werden. Im Roadbook sind diese Senken, je nach Schwierigkeitsgrad, mit entweder keinem oder mit bis zu drei Ausrufezeichen gekennzeichnet. Anfangs wundern wir uns manchmal über die Einordnung. Doch wenn wir uns vorstellen, dass die wesentlich schnelleren Fahrzeuge der anderen Mitstreiter ungebremst in so eine Stufe brettern……nicht erstrebenswert. Wir dagegen rollen relativ gemächlich durch die Vorgabestrecke, so dass wir theoretisch mehr Kilometer als die anderen auf dem Zähler stehen haben sollten….denn wir haben ja ständig Bodenkontakt…die anderen lassen es eher mal fliegen ;o)

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So geht es bis Kilometer 130, dort befindet sich der Exitpunkt und wir fahren auf der Ausstiegsstrecke zur Oase zurück. Unglaublich, diese breiten Pisten, ständig zweigen Nebenstrecken ab und man fragt sich angesichts des unendlichen Horizonts, wo sie wohl hinführen. Es wird mit der Zeit recht öde, diese Geradeausfahrt. Man läuft Gefahr unaufmerksam zu werden, was unvorteilhaft ist, denn die glatt erscheinende Ebene ist trügerisch und wartet spontan mit Bodenwellen und rollenden Steinen auf. Und plötzlich sind wir tatsächlich wieder hellwach, denn ein unanständiges Klopfen ertönt vom Unterboden. Wir schieben ja solche Geräusche gerne erst einmal auf bewegliche Teile im Innenraum, aber nach ein paar Kilometern verortet Sebastian das Störgeräusch auf vorn rechts. Die Stoßdämpferaufnahme hat das Gerüttel nicht mehr ausgehalten und den Stoßdämpfer freigegeben…..ziemlich doof. Der Dämpfer wird ausgebaut und wir fahren noch langsamer die restlichen 15km.

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Angekommen im Camp, beanspruchen wir den Servicetruck, genauer gesagt den Oskar und den Martin. Die Aufnahme wird geschweißt und bei der Gelegenheit beide Seiten gleich etwas verstärkt. Das Problem ist also recht schnell gelöst, wir gehen in der warmen Quelle baden, machen ein paar Fotos beim Sonnenuntergang in den Dünen und sorgen uns um die am Tag schon eingesetzten Rückenschmerzen von Sebastian.

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Donnerstag 27.10.2016

Der Schlaf im Zelt hat die Schmerzen nicht verschwinden lassen. Im Gegenteil, nun strahlen sie auch noch in den Oberschenkel aus. Wenn Sebastian schon freiwillig einen Arzt aufsucht, heißt das nichts Gutes…..aber leider ist der Medizinmann schon unterwegs. Ein paar uralte Schmerztabletten als Placebo habe ich für den Notfall zwar auch immer einstecken. Aber eben in der Waschtasche….finde den Fehler :o(

Der verschollene Mercedes ist mittlerweile zwar gefunden, aber noch nicht geborgen. Das Team ist fahrunfähig wegen Schaden am Mitteldiff. Sie selber sind also glücklicherweise wohlauf. Das erklärt aber noch nicht das Ausbleiben des technischen Hilferufes. Die Antwort ist so simpel wie unglaublich…..eine unbemerkt durchgebrannte Sicherung hat das Gerät stillgelegt. Wir, die wir so sorglos ohne Not darüber nachdenken, meinen, man hätte ja bemerken müssen, dass da am Explona kein einziges Kontrolllämpchen blinzelt. Aber was, wenn man selber in so einer Situation ist?

Gut, zurück zur Challenge. Der geplante Streckenverlauf für heute hatte eigentlich wieder einen 180km langen Rundkurs um die Oase mit Ende wieder in Ksar Ghilane vorgesehen. Jörg ändert das und läßt das Roadbook im Camp Zmela enden…..also Zelt abbauen, alles ins Auto und ab durch die Dünen. Vier Stunden nach dem Start, also gegen 12:00Uhr, haben wir unsere Maximalzeit bis zum Exit schon um eine halbe Stunde überschritten. Es ist brennend heiß. Gefühlt haben wir uns bis dahin bereits 20 mal eingegraben, ausgegraben, geblecht und sind die doppelte Strecke zu Fuß abgelaufen, um den für den Niva günstigsten Weg durch den weichen Sand zu finden. Wir machen eine Pause und beratschlagen. Sebastian würde am liebsten auf unserer Spur zurückfahren, denn ein Blick unters Auto verheißt nichts Gutes. Ich bin unvernünftiger und will weiter. Das Bergeteam zu rufen, kommt immernoch nicht in Frage.

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Da es sich nicht wirklich etwas nimmt, ob wir nun vor- oder zurückfahren, beschließen wir, irgendwie den Dünengürtel hinter uns zu bringen und auf der Ebene am Antilopengehege auszusteigen. 15.00Uhr sind wir dann zwar das einzige Autoteam, dass sich bis zum verlassenen Café durchgekämpft hat, aber das ist kein wirklicher Trost für die verbogene Hinterachse. Nun wird auch mir klar, dass es keinen Sinn macht, überhaupt noch bis zum Exit zu fahren….die Lage ist wirklich ernst.

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Rüdiger , der KTM-Fahrer sitzt schon ein Weilchen im Schatten der zugemüllten Hütte. Er hat den Hilfebutton gedrückt und wartet nun auf den Orgawagen. Wir haben unseren halben Hausrat mit und so können wir uns die Wartezeit wenigstens mit frisch gebrühtem Kaffee erleichtern.

Einschub: Apropos Hausrat…..wir stellten ja schon beim Packen zu Hause fest, dass der Niva arg in den Federn hängt. An dieser Stelle kann man nun mal ehrlich sagen, uns erschienen die 300€ für den 14-tägigen Transport der großen Alukiste damals am heimischen Küchentisch einfach unnötig. Was packst du da auch rein? Alles, was drin und unerreichbar auf dem LKW ist, brauchst du mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Strecke. Wir haben uns also dafür entschieden, alles mitzuschleppen und waren somit eindeutig zu schwer. Ein Fehler. Denn das war nur einer von mehreren festgestellten Gründen für die misslungene Performance des Lada in den höheren Dünen. Gegen den Rausschmiss des Rucksackes mit Kaffee und Kocher würde ich mich allerdings immer wieder mit Händen und Füßen wehren….dann lieber die Waschtasche ;o)

Einschub2: Apropos Waschtasche…..hatte ich schon erwähnt, wie toll so eine Rallyegemeinschaft zusammen agiert? Hinter vorgehaltener Hand fragte ich am zweiten Tag ohne Hygienebeutel die Navigatorin vom Team Seitz, ob sie gaaanz zufällig noch eine Ersatzzahnbürste….der Satz war noch gar nicht beendet, da streckten sich von allen Seiten Hände mit Duschgel, Zahncremé, Bodylotion, Duschgel, Shampoo und sogar zwei nagelneuen Zahnbürsten entgegen….pff, da können die in Madhia die Waschtasche gerne behalten ;o)

Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja, beim frischen Kaffee am verlassenen Café. Während der Wartezeit wägten wir ab, nein, eigentlich gab es nix abzuwägen…..die einzig vernünftige Entscheidung in diesem Moment war die, einen Tag in Wertung einzubüßen, dem Rallyetroß vorauszufahren und in Douz, wo planmäßig am nächsten Tag das Ziel ist, nach einer Werkstatt zu suchen, um die Achse wieder richten zu lassen.

So machen wir es dann auch, wir erfragen uns noch den Name des Hotels und fahren dann vorsichtig auf ewiger Piste um den Parc Jebil herum und auf die Touristenstrecke Richtung Douz. Während wir am Zaun des Parc entlangfahren, fragen wir uns, ob es dort überhaupt noch Antilopen gibt, denn der Zaun ist so löchrig wie unser Niva es mal war. Für Gesprächsstoff sorgt auch die Erzählung von Wolfi, dass einer der modifizierten Wagen mehrmals geborgen werden mußte und dabei seine Bergeösen eingebüßt hat. Dürfte ja für die Virtuosen am Schweißgerät kein Problem sein, macht uns aber wieder bewusst, dass wir unsere Ösen nicht wie eigentlich geplant verstärkt haben. Ein weiteres Team, das des tschechischen Buggys ist seit gestern ebenfalls vorerst raus. Ausgebrochene Zähne des Getriebes.

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Am Nachmittag kommen wir in Douz an, unterwegs suchen wir noch die empfohlene Werkstatt auf, um einen Termin für den nächste Morgen festzumachen. Da keiner weiß, wie lange die Reparatur dauern wird und wir den Wagen keinesfalls allein lassen wollen, erscheint uns das als der beste Weg. Das Hotel „OFFRA“ ist nach einigem Nachfragen auch endlich gefunden. Die vielen verlassenen Hotels im Touristenviertel machen traurig, das Land ist doch sehr auf den Tourismus angewiesen.

Wir buchen ein Zimmer in dem recht neuen Hotel. Nach Pool ist uns nicht zumute, so schauen wir auf dem Hotelparkplatz bei dem Buggyteam vorbei. Sie waren schon vor uns in Douz und warten nun auf ein Austauschgetriebe, dass mit dem Flieger kommen soll. In Ksar Ghilane hatten sie schon akribisch das defekte Getriebe auseinandergenommen, jedes einzelne Teil gereinigt und alles fotodokumentiert. So stehen sie nun auch nicht besser da als wir, nur unterscheiden sich die Dimensionen etwas….

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Freitag 28.10.2016

Während sich der gesamte Rallyetroß heute auf die 400km von Camp Zmela nach Douz macht, steht Sebastian pünktlich 8:00Uhr vor der Werkstatt, die dafür sorgen soll, dass wir nicht hier schon die Rallye abbrechen müßen. Ich bleibe im Hotel und nutze ausgiebig das Wifi. Am späten Vormittag trudeln die ersten Orgafahrzeuge ein und kurz darauf kommt auch Sebastian aus der Stadt. Tief enttäuscht berichtet er von einer Hammer-und-Meißel-Orgie und No-Problem-Mentalität in der runtergekommenen und völlig zugemüllten Werkstatt. Preisgeschacher mit Hinweis auf den arbeitsfreien Freitag. Der Mann mit der Presse, der angeblich nun doch nicht da ist und erst wieder mit dem nächsthöheren Gebot auftaucht. Unorthodoxe Arbeitsmethoden werden auch bei uns zu Hause in der Garage praktiziert, aber wenn dann weder Hand noch Fuß zu erkennen ist….so ist Sebastian froh, mit dem Niva aus eigener Kraft wieder zum Hotel fahren zu können und läßt den ursprünglichen Plan, die Achse gleich noch verstärken zu lassen, fallen. Als Martin ihm dann später sagt, er hätte die Achse ohne Ausbau, auf einfachere Methode und in kürzerer Zeit richten können, wird der Unmut über das nerven-und geldraubende Erlebnis mit den tunesischen Schraubern nicht kleiner. Naja, das Lehrgeld ist bezahlt und die Achse wenigstens halbwegs wieder gerade. Sicher sind nicht alle Werkstätten so. Wir vertreiben uns den restlichen Abend mit vielen interessanten Gesprächen, Smalltalk und leckerem Abendessen.

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Samstag 29.10.2016

Heut ist Ruhetag, Zeit zum Ausschlafen, für Inspektionen und Reparaturen, Stadtbummel oder einfach Pool. Am Niva ist noch zu tun, Sebastian bastelt als Ersatz für die mittlerweile komplett verschlissenen Polyurethanbuchsen Provisorien aus Bierbüchsenblech und Panzertape. Später wird noch die Steckachse mit dem kaputten Radlager gewechselt und wenigstens die mittlerweile auch krummen Federteller abgestützt. Mein dringlicher Wunsch nach Verstärkung der Hinterachse wird abgelehnt, weil es wohl keine sinnvolle Methode auf die Schnelle gibt, denn andere Baugruppen sind im Weg. Der restliche Tag vergeht schnell, wir versuchen zum nahegelegenen Kamelstadion zu laufen, dort soll heute ein Pferderennen stattfinden. Das ist noch nicht im Gange, trotzdem bekommen wir ein paar prächtig geschmückte Tiere samt stolzen Reitern zu sehen. Wir beschließen auf dem Rückweg, mit dem Niva hinters Hotel in die dort beginnenden Dünen zu fahren, um ein paar Fotos vom Wagen in Fahrt zu machen. Während der Wertungsprüfungen ist die Zeit und auch die Muse nicht da für solche Spielereien.

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Pünktlich mit Erreichen der ersten Dünen versteckt sich die Sonne hinter dunklen Wolken und ein kühler Wind zieht auf. Na prima. Trotzdem knipsen wir aus allen Perspektiven, später zu Hause wird sich der dunkle Hintergrund als gar nicht so übel erweisen. Langsam wird es ungemütlich aber wir brauchen noch ein paar klassische Sandfontänenbilder. Sebastian gibt alles…und gräbt sich ein. Hm, 500m hinterm Hotel, hoffentlich sieht es keiner. Wir beginnen mit Freischaufeln, plötzlich tauchen hintereinander lärmende Kinder, lautlose Reiter und Mofafahrer auf. Alle wollen natürlich helfen, wir lehnen ab, im Buddeln macht uns mittlerweile eh keiner mehr was vor. Als die unerwünschten Helfer weg sind, wird die Peinlichkeit noch getoppt. Der Servicewagen des tschechischen Buggyteams steht unvermittelt mit Bergegurt neben uns. Mit hängenden Schultern wehren wir uns nicht mehr dagegen und schnell ist der Niva befreit. Eine gegenseitige Schweigevereinbarung wird fix abgelegt und wir beobachten noch eine Weile fasziniert die Proberasereien des mittlerweile auch reparierten Buggys, der mit Heckantrieb durch den Sand fräst, als führe er auf Schienen. Also fast wie wir ;o)

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Zurück am Hotel treffen nach und nach die anderen Teilnehmer ein, manche haben viel zu erzählen und am Abend findet am Pool die Verabschiedung der holländischen Touristentruppe und die Siegerehrung der Powerweekteilnehmer statt. Alle bekommen einen Pokal und lauten Applaus. Die Rallyequeen beendet hier ihr Abenteuer und der schnelle Tatra wird wieder aufgeladen, um seinen Weg nach Südamerika zur Dakar aufzunehmen. Wie lange die anderen in der Nähe der Bar durchhalten wissen wir nicht, uns ruft jedenfalls zeitig das gemütliche Bett. zurück zur ÜBERSICHT zur Seite 8


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Sonntag 30.10.2016

Wir sind also wieder im Rennen. Insgesamt sind heute 320km zu fahren. Die ersten 50km auf Asphalt führen durch Städtchen, Dörfer und kleine Palmenplantagen. Wir kommen nur langsam voran, teilweise ist die Geschwindigkeit durch das Roadbook auf 30km/h beschränkt. Wie meinte Jörg: „…wenn wir schon durch ihre Vorgärten fahren….“

40% Sand erwarten uns an diesem Tag, der Dünendurchstieg durch die berüchtigten weißen Dünen von El Faouar erweist sich dabei als sehr anspruchsvoll. Unglaublich, wie weich und fein dieser Sand ist. Der Wagen, der vor uns gestartet ist, steht plötzlich in der Idealspur und wir müssen ausweichen. Aber einen neuen Weg zu finden, ist in diesem unberechenbaren Terrain unheimlich schwierig. Es fehlt hier an Möglichkeiten Schwung zu holen, jedes bischen Geschwindigkeit wird vom Sand sofort aufgefressen.

So fahren wir uns also ordentlich fest. Richtig ordentlich. Es geht nicht vorwärts, nicht zurück….immer nur weiter nach unten. Die Frage, warum der Sand hier eigentlich so weiß ist, wird uninteressant. Ein paar Dünen hinter uns, hat sich der BMW-Fahrer, nun auch in Wertung, ebenfalls an die Arbeit gemacht, seine Maschine auszugraben. Wir sehen ihn zwar nicht, aber sein erfahrener Motorradbegleiter von der Orga berichtet uns von seinen Versuchen. Einschreiten will er noch nicht, der BMW-Fahrer hat Ehrgeiz und möchte es ohne Hilfe versuchen. So steht Eddie nun wie ein Leuchtturm auf der hohen Düne zwischen eingegrabenem Motorrad und eingegrabenem Niva und spart nicht mit wertvollen mündlichen Tipps. Hilft er uns tätlich, gilt das als Orgahilfe und gibt Strafzeiten. 08Dwn 08Dwktm

Bestimmt eine halbe Stunde brauchen wir, um uns aus diesem einen Loch zu befreien. Vorher mußte allerdings schon die weitere Spur feststehen, sonst gab es keine Chance das nächste Dünental zu schaffen. Kurz vorm Verzweifeln funktionieren Sebastians Sinne offensichtlich am besten und so schafften wir es tatsächlich ohne die Hilfe vom Bergetruck durch diesen harten Abschnitt. Der kam uns ein paar hundert Meter weiter mit dem Motorradfahrer auf der Pritsche entgegen. Die KTM zeigte keine Leistung mehr. Später wurde wohl eine vom Sand klemmende Drosselklappe als Übeltäter ausgemacht und er konnte wenigstens auf Asphalt ins Ziel fahren.

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Der Rest der Dünen war zwar langsam, aber einigermaßen gut zu schaffen. Einen ungewollten Höhepunkt gab es dann noch in der Ebene, als ein kleines Stück eines trockengefallenen Salzsees durchfahren werden mußte. Wir konnten zwar gut die Spuren der Vorausgefahrenen erkennen. Da es sich in den Spuren aber schlechter als gehofft fahren ließ, dachten wir, es sei eine gute Idee direkt daneben eine neue Spur einzufahren. Doch der feuchte, irgendwie unbeschreibliche Boden schluckte jede Vorwärtsbewegung in kurzer Zeit. Schon in den unteren Gängen fahrend, wechselten wir hektisch wieder in die Spurrinnen ….doch ausgerechnet da war die Spur tief eingegraben. (Wie wir später erfuhren, hat sich dort der MAN-Kat auch recht gequält) und bremste uns zusätzlich ab. So versuchten wir mit einem ständigen Wechsel zwischen eigener und der vorgegebenen Spur irgendwie den Niva auf Schwung zu bringen, ohne dass uns der Vortrieb ganz verloren ging. Die Vorstellung, dort steckenzubleiben löste schon eine leichte Panik aus. Zum Glück endete diese Passage bald wieder, uns kam es jedoch fast länger als der vorausgehende Dünendurchstieg vor.

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Ansonsten fuhren wir wieder jeden geforderten GPS-Punkt an, das kostete Zeit. Und obwohl wir wieder erst 2 Stunden nach Timeout am Exit ankamen, waren wir zufrieden mit uns und dem Niva. Hatten wir doch, obwohl ein Ohr immer an der Hinterachse, den vielen Sand dieses Tages selbstständig durchfahren. Jedenfalls gab der vergangene Fahrtag genügend Erlebnisse her, um daraus auf den letzten, eigentlich langweiligen 80km Piste ausreichend Gesprächsstoff zu stricken.

Wir leisteten uns noch einen Abstecher zum verfallenen Fort und fuhren dann erst zum Camp. Dort bekamen wir wieder die Roadbücher für den nächsten Tag. Schon bemerkenswert, mit welcher Geduld das zuständige Orgateam auf die Ankunft der letzten Teilnehmer wartet, meist sind wir das, um dann erst, wie hier auch noch im Dunkeln, die Zeiten und Daten auszuwerten und die neuen Startlisten zu drucken. Sebastian führte noch die nötigsten Wartungsarbeiten durch und wunderte sich über die Schleichwege des Sandes.

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Bei einer kurzen Stipvisite durch das Camp El Biben freuten wir uns ersteinmal über den recht aufgeräumten Zustand dieses Oasenteiles. Der überall vorhandene Wartungsstau ließ sich zwar auch hier nicht ganz verbergen, doch wenn wenigstens bei zwei von vier Duschen die Armatur das Aufdrehen überlebt und dann auch noch ein paar Tropfen Wasser aus dem Duschkopf rinnen….was will man nach so einem Tag eigentlich mehr?

Einschub:…und überhaupt wird uns, obwohl wir auch in Deutschland nicht grad verschwenderisch leben, hier bewußt, wie wenig man eigentlich bräuchte, um zufrieden zu sein. Andererseits verstehen wir nicht so recht, wieso hier scheinbar so wenig Sinn für das Erhalten der vorhandenen Werte zu finden ist. Vielleicht ist das aber auch zu kurz und zu überheblich gedacht, wenn man nicht selber in diesem Umfeld leben muß, sondern nur zum Spaß hierher fahren darf….

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Dann suchen wir wie jeden Abend im Camp, die beiden Tunesier auf, die für die Vorhaltung und Ausgabe unseres Kraftstoffes sorgen. Das ist jedes Mal das Selbe und jedes Mal wieder sehenswert:

Auf dem Laster oder in langer Reihe auf dem Boden, stehen unzählige Kanister jeder Bauart, Farbe und jeden Alters. Nachdem ca. 5mal die Frage nach dem gewünschten Sprit mit „Sans Plomb“ beantwortet wird, kann es doch noch nicht losgehen. Jetzt muß geklärt werden, wieviel Liter benötigt oder gewünscht sind, um den richtigen Kanister auszuwählen. So, nun geht es aber los. Die Zapfsäule, also das Dreibein mit in ca.1,30m Höhe befestigtem Gefäß wird herbeigeholt. Der Gefäßboden ist mit einem durchsichtigen Schlauch zum Befüllen des Wagens ausgestattet. Das Gefäß selber mit einem Tuch, das als Sieb fungiert ausgekleidet. Sprit oben rein, durch den Schlauch mit Hahn in den Tank. Das ganze Prozedere gerät etwas ins Stocken, wenn die gewünschte Menge Benzin etwas krumm ist, also zum Beispiel 35 Liter. Dann wir um-und hin-und hergefüllt, bis es passt, oder bis der Sprit überläuft und unsere Baumarktfarbe auflöst. (und nein, wir machen das nicht, um den Tankwart zu ärgern, wir haben wirklich so einen kleinen Tank und sind auf jeden Liter angewiesen). Aber auch das meistern die Beiden. Dann kommt der Moment, in dem die zweite Person von Nöten ist. Denn wenn der Höhenunterschied zwischen Behälter und Tank für das Fließen durch den Schlauch nicht mehr gegeben ist, muß das gesamte Gestell hochgehoben werden, um den Rest des Benzines in den Tank zu leiten. Den Job macht immer der kleine Schmächtige. Wunderbar, merci, nur noch unterschreiben auf der wirklich penibel geführten Liste.

So sind wir startklar für´s nächste Abenteuer und können beruhigt das obligatorische Abendradler genießen. Zu Bett gehen wir heute nicht im eigenen Zelt, wir haben unsere Schlafsäcke in eines der vielen Berberzelte geschmissen. Jeweils vier Holzliegen pro Zelt, sogar frische Bettwäsche liegt bereit. Dauert auch nicht lange, bis sich die Nase an den muffigen Geruch gewöhnt hat. Der Schlaf ist sehr erholsam.

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Montag 31.10. 2016

7:00Uhr Frühstück. Auch hier gibt es diese leckeren frischen Fladenbrote…..nur das Brot, ein Stückchen Butter und ich….himmlisch!

Genug geschwärmt, es wird ernst, heute soll die Marathonetappe über 150km zum „Verlorenen See“ starten. Das bedeutet fahren bis zum See, dort übernachten und am nächsten Tag das Ganze zurück. Ohne Serviceteams, ohne Werkstatt-LKW, der zur Not was reparieren könnte. Die Strecke führt durch die Touristendünen bis zum Parc Jebil, außen um ihn herum, dann am vergessenen Café in Richtung Tembaine. Ein Stück weiter in den beginnenden Dünen bei Camp Mars ist der Ausstiegspunkt. Von dort sind es nur noch ca 30km bis zum See…..allerdings werden die Dünen wohl penetranter und vor allem anspruchsvoller. Aber erstmal los, die Exitzeit schaffen wir eh meist nicht, damit hätte sich die Sache von selbst geklärt.

Am Start vor´m Runterzählen meint Jörg, er hätte in der vergangenen Nacht den Lada am See gesehen.…na danke, das setzt uns unter Druck. Das Explonateam wünscht uns beim alltäglichen Check alles Gute und Piotr malt mir kleine Botschaften und Aufmunterungen ins Roadbook…..das Gefühl, dass diese Etappe etwas Besonderes und vor allem Schwieriges wird, macht sich breit.

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Wir starten als Letzte, das Fahrerfeld für diesen Tag ist stark dezimiert. Außer dem schnellen Quad und dem flinken roten Side-by-side ist auch noch der KTM-Fahrer am Start. Er war im Urlaub schon mal am See, allerdings in einer 2-Tagesetappe. Außerdem startet noch der MAN-Kat und als einziges weiteres Auto der Toyota des slowenischen Teams. 8:05Uhr, es geht los, die anderen Fahrzeuge verschwinden schnell und wir rollen den mittlerweile schon bekannten Weg, in der für uns schnellstmöglichen Gangart entlang. Wir merken, wir sind angespannt. Einerseits möchten wir gerne die Marathonetappe komplett fahren, andererseits wissen wir überhaupt nicht, was uns erwartet. Die letzten Tage haben uns gezeigt, dass wir nicht einfach sorglos drauflosfahren können, andererseits mit bedachter Fahrweise mehr schaffen, als gedacht. Mittlerweile haben wir zwar unnötigen Ballast „entsorgt“ und in der Oase stehenlassen, sind also etwas leichter. Die Hinterachse ist aber durch den gestrigen Fahrtag nicht besser geworden, genausowenig wie der Rest des Fahrzeuges. Abhärtung funktioniert halt maximal beim Menschen, leider nicht am Niva.

Um uns nicht selbst zu sehr runterzuziehen, ändern wir die Taktik und fahren nur noch auf rechtzeitiges Ankommen am Ausstieg. Dort wollen wir dann eine rationale Entscheidung über eine eventuelle Weiterfahrt treffen. Bei „rationell“ bin ich ja eigentlich automatisch raus, aber ich beschließe vernünftig zu sein. Letztendlich muß Sebastian die Technik einschätzen und er ist es ja auch, der den Niva durch den Sand lenken muß.

Die Fahrt läuft gut, unsere Stimmung steigt merklich und wir können es kaum glauben, das Exit eine dreiviertel Stunde vor Timeout zu erreichen.

Einschub:…..im Nachhinein denke ich, der Jörg hat die Zeitspanne extra etwas gestreckt, um uns eine Chance einzuräumen. Muß ich ihn bei Gelegenheit mal fragen ;o)

Am Exit steht nur noch das slowenische Team, die anderen Vier sind schon auf dem Weg zum See. Unsere Hoffnung, mit dem sympatischen Pärchen die restliche Etappe zu fahren, zerschlägt sich auf unsere Frage hin. Die Beiden steigen hier aus dem Rennen aus und fahren zurück. Wir schauen uns nervös an….jetzt ist der Moment der Wahrheit gekommen. Sebastian steigt um den Niva, vielleicht findet sich ja doch noch etwas, das uns am Weiterfahren hindert und uns somit die Entscheidung abnimmt. Der Lada enthält sich der Stimme, ich bin für Weiterfahren und Sebastians will es offenbar doch mehr als er zugeben will. Das Checkpointteam erledigt durch euphorisches Zureden den Rest. Nach stillem Blickkontakt endlich ein gemurmeltes „Na los….“

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Wir machen uns auf den Weg, Stille begleitet die ersten Kilometer in die Hoppeldünen. Gerade als sich so etwas ähnliches wie Zuversicht im Auto breitmacht, kommt uns der MAN entgegen…..Getriebeschaden, der 3.Gang läßt sich nicht mehr einlegen. Hm. Schlagartig ist die Unsicherheit wieder präsent. Jetzt sind nur noch die flinken Leichtfahrzeuge vor uns. Zum Spurenlegen war zwar der LKW auch nicht ideal, aber für uns immernoch sinnvoller als zum Beispiel die Spur vom wendigen Quad. Ich sehe das Ende der Tour schon gekommen, doch Sebastian fährt wider Erwarten weiter.

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Es läßt sich ganz gut fahren, die Dünen sind noch nicht hoch, wir fahren noch in der Ebene. Das ändert sich schlagartig, als wir in die Dünen stechen. Immer in Richtung Süden fahrend, türmt sich der Sand höher und höher auf. Fantastische Ausblicke öffnen sich nach jedem hinter uns gebrachten Dünenkamm. Vor uns jede Menge Dünen, die sich ins Tal ergießen, im Osten die hohen Steilwände und vor uns die langezogenen Anstiege, die unseren Weg darstellen.

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Mittlerweile hat der Magirus aufgeschlossen und kriecht geduldig hinter uns her. Später wird Karsten, der Fahrer, das anders nennen….er treibt uns vor sich her. Na super…. Entspannung geht anders. Trotzdem geht es in die richtige Richtung vorwärts. Wir graben uns oft ein, müssen wieder Weg suchen. Unsere Billigschaufeln haben schon lange den Geist aufgegeben und die geplante Obsoleszenz viel zu zeitig erreicht. Wir borgen uns eine Schaufel vom Berger. Die Spuren werden immer magerer, hier kommen nicht mehr viele Touristen entlang. Der Sand ist stellenweise sehr weich und tief, doch Sebastian findet meistens doch noch einen fahrbaren Weg. Unser Zeitgefühl verläßt uns und wir achten auch kaum noch auf die GPS-Punkte, die grobe Route ist klar und fordert uns alles ab.

Im Kessel eines jeden Sandbeckens versuchen wir kurz Luft zu holen. Das fällt schwer angesichts des nächsten, sich immer höher auftürmenden Sandberges. Der Berger fährt mittlerweile im Kreis um uns herum ;o) Oft suchen wir zusammen einen für uns funktionierenden Weg nach oben. Manchmal müssen wir weiter ausholen, um die Steigung in mehreren kleineren Stufe zu erklimmen.

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Es wird immer schwieriger und Sebastian würde am liebsten aufhören. Einfach nicht mehr weiterfahren, Stellplatz suchen und die Nacht in den Dünen verbringen. Auch reizvoll, aber wollen wir nicht eigentlich zum See? Das Bergeteam redet uns gut zu, gibt immer wieder gute Tipps und redet uns den restlichen Weg schön. Das funktioniert, wir fahren weiter.

Einschub: Das können die beiden mit am Besten….motivieren, bis man sich nicht mehr entziehen kann. Mit einem beständigen Lächeln im Gesicht, spricht Karsten mantramäßig immer wieder das Selbe: „“….von jetzt an wird´s nicht schwerer….es ist nicht mehr weit…..wir sehen den Sonnenuntergang am See“ Ich bin ja felsenfest davon überzeugt, dass, zumindest Karsten im Nebenjob Motivationstrainer ist. Bernd redet nicht viel, strahlt dafür aber durch seine Ruhe und Gelassenheit unheimlich viel Zuversicht aus….genau richtig in dieser für uns scheinbar aussichtslosen Situation.

Dabei zeigen sich die beiden geduldig in jeder Hinsicht. Kein Drängeln, kein unnötiges Eingreifen, sie lassen uns unseren Rhythmus….ja, so etwas ähnliches haben wir tatsächlich entwickelt. Er besteht darin, die manchmal noch sichtbare, bzw. die direkte Spur erst einmal anzufahren. Auf halber Höhe steckenbleiben, rückwärts runter und dann ein zweiter Versuch. Meist scheitert der auch, es wird Platz zum Schwungholen gesucht und der dritte Versuch startet. Sollte das immer noch nicht reichen, und mit zunehmender Höhe der Dünenwand kommt das immer öfter vor, schauen wir nach einer meist längeren, aber nicht so steilen Alternative. Diesen Weg müssen wir allerdings fast komplett vorher ablaufen, denn zu groß ist die Gefahr, in einen der fiesen Dünentrichter zu rutschen. Zum Glück kann Sebastian das vermeiden und wir kommen mit diese Taktik langsam voran, bis ungefähr 4-5km Luftlinie vor den See.

09bun 09nbo Dort wartet in einer Ebene der völlig erschöpfte Motorradfahrer. Zwischendurch waren wir mal auf ihn aufgelaufen, als er in einer besonders schwierigen Passage mit dem Sand kämpfte. Das fordert enorme Kräfte ab und nun war seine Maschine wohl auch nicht mehr in Ordnung. Wir luden die KTM auf die Ladefläche des Magirus, Rüdiger kletterte hinterher und machte es sich an seinem luftigen und schwankenden Beobachtungposten für die restliche Fahrt „bequem“. So konnte er nun gut beobachten, wie wir unsere Taktik mittlerweile darauf verlegt hatten, den Berger vorausfahren zu lassen und dann in seiner Spur zu bleiben. Teilweise funktionierte das tatsächlich, doch irgendwann schaffte der untermotorisierte Niva die Anstiege einfach nicht mehr und wir blieben hängen. Ausweichroute suchen hätte zu viel Zeit gekostet, schließlich wollte der See noch im Hellen entdeckt werden. Wir sträubten uns noch eine Weile gegen das Hilfsangebot des Bergeteams. Als dann einer der Berger aber meinte, er hätte nun Feierabend und alles was er ab jetzt macht, macht er privat….kramten wir den Gurt heraus und ließen uns das erste Mal die wenigen Meter über die Kuppe ziehen.

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Oben angekommen sagte er wieder was von „sind gleich da“ und „jetzt wird´s leichter“ und wir wollten das gerne glauben. Aber er hatte wahrscheinlich den übernächsten Dünengürtel gemeint, denn dieser hier war mit Sicherheit der Schwerste von allen bisherigen. Lang zog sich die Auffahrt im weichen Sand nach oben, mündete in einem Trichter, um danach weiter bergauf zu führen…..keine Chance. Wir überlegten alle hin und her, aber eine andere Möglichkeit hochzukommen bot sich einfach nicht, ohne einen riesigen Umweg in Kauf zu nehmen. Darauf hatte niemand mehr Lust, der Tag war bis hierher schon sehr lang und anstrengend gewesen. Wir einigten uns darauf, dass Karsten uns nochmal zieht. Klingt recht einfach, ist es ja normalerweise auch. Problem war nun, dass das Bergefahrzeug schon oben hinter dem Dünenkamm stand. Das Windenseil ist zwar lang, aber in dem speziellen Fall dann doch zu kurz. Ok, bedeutet, der Magirus muß wieder zumindest eine Etage weiter runter um uns ziehen zu können. Er fuhr zwei Stufen nach unten, dort landete er allerdings in dem Weichsandtrichter, der schon arg zerfahren war. Beim Versuch wieder nach oben zu kommen, bot sich uns nun ein besonderer Anblick. Wir beobachteten, wie der LKW sich stoisch vor- und rückwärts durch den Sand schob. Wie er Schwung holte und doch wieder die Position wechselte. Faszinierend, wie er, unserer Meinung nach feststeckte und sich doch selbst aus dem tiefem Sand noch befreite um dann eine Stelle zu finden, die ihm zum Winchen geeignet erschien.

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So weit, so garnicht gut. Der Windenschalter war nämlich in der Verweigerungsposition festgesandet. Prinzipiell kein großes Problem, nur eben ziemliche Frickelei. Mittlerweile war es doch dunkel geworden, ganz entgegen Karstens Beschwörungsformeln. Nun saß er im Führerhaus, bearbeitete im Schein des Pandabärchens den Schalter und konnte einen leise gemurmelten Fluch nicht mehr unterdrücken. Wir hielten uns lieber dezent zurück und warteten ab, bis der Schalter wieder funktionierte. Im Schneckentempo kroch nun der Niva am Seil nach oben. Gerne hätten wir uns richtig darüber gefreut, doch noch waren wir ja nicht am See. Die Dünen wurden zwar ab hier tatsächlich immer flacher, doch nun hatten wir damit zu kämpfen, im Dunkeln die Spur zu halten und aufzupassen, dass uns der Magirus nicht abhing. Der hatte, nach all dem“ Ärger“ mit uns nämlich nun ganz schön Geschwindigkeit entwickelt, um endlich an den See zu kommen.

Ohne weitere Vorkommnisse, dafür ziemlich fertig erreichten wir tatsächlich ca. eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang den See. Mal davon abgesehen, dass wir es nicht so recht geniessen konnten, weil wir es ohne die Hilfe unserer Lieblingsberger wahrscheinich nicht, oder erst mitten in der Nacht geschafft hätten….aber der See war alles andere als romantisch. Ja, tatsächlich hatten wir das Bild eines still in den Dünen liegenden, einsam nur auf uns wartenden Ortes vor dem inneren Auge. Mit dieser naiven Vorstellung sind wir am Morgen dieses anstrengenden Tages aufgebrochen. Doch die Realität war hart und sprach größtenteils italienisch ;o)

Fahrzeug an Fahrzeug drängte sich um das Wasser, dessen Quelle man im ersten Moment gar nicht entdecken konnte. Es war laut, alle richteten sich für die Nacht ein, aus allen Richtungen kamen noch Autos zum See gefahren. Eine Gruppe ließ sich lautstark von ihren tunesischen Führern die Großraumzelte aufbauen. Krönung war jedoch der Italiener, der seinem LED-Lichtbalken die halbe Nacht zur Show spazierenfuhr und uns die Discokugel machte. Aber naja, wir waren endlich hier. Und wenn man es nüchtern betrachtet, sind wir ja auch ein Teil dieses ganzen Theaters. Wir schalteten auf Durchgang und freuten uns über die Tatsache, dass der Niva tatsächlich am „verlorenen See“ angekommen war und wir zwei wirklich tolle Menschen etwas näher kennenlernen durften. Auch nahmen wir ehrfürchtig zur Kenntnis, dass das Quad und das Side-by-side nur 4 Stunden bis zum See gebraucht haben….wir 10!

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Sebastian stieg mit Bernd in die Quelle, das Wasser ist so heiß, dass man im ersten Moment unwillkürlich den Fuß wieder heraus nimmt . Ich beschränkte mich auf Hosenbeine hoch und Waten, denn der aufgekommene Wind ist garstig kalt und treibt viel Sand mit sich. Die Männer lassen sich vom harten Strahl aus dem Rohr verdienterweise massieren, genießen die Wärme und quälen sich erst an Land, als das Wasser ihren Körper fast verdoppelt hat ;o)

Jetzt meldete sich auch der Magen mit lautem Knurren, glücklicherweise mußten wir nicht an die Notration, sondern wurden durch Rainer und Sabine mit lecker Bohnensuppe versorgt. Das Abendessen gipfelte dann im Anschnitt des Marzipanstollens. Wir lauschten amüsiert dem ehemals in Deutschland studierendenTunesier, der Erzählungen zur Geschichte des Weihnachtsgebäckes parat hatte…..der ganze Abend hatte etwas angenehm Surreales.

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Verstärkt wurde dieser Eindruck noch, als beim nächtlichen Dünengang im Schein der Stirnlampe fünf große dunkle Gestalten vor sich hin raschelten. Schlagartig fielen mir sämtliche Horrorgestalten aus jedem bisher gesehenen Film ein….schließlich ist heute der 31.10…..in der restlichen Welt Helloween. Die Gestalten entpuppen sich schnell als eine kleine Herde freilaufender Esel. Vermutlich irgendwann mal des Lastenschleppens für irgendeine Touristenkarawane überdrüssig, haben sie entdeckt, dass man in der Nähe der Quelle ohne viel Aufwand prima leben kann. Beruhigt können wir uns also nun um unser Nachtlager kümmern. Wir haben keine rechte Lust zum Zeltaufbau, also schauen wir uns um, was die Gegend für Alternativen bietet und wie die Kollegen das handhaben. Manche schlafen im oder auf dem Auto, der Quadfahrer haust in einem ausgedientem Container, einer liegt gleich so mitten auf dem Platz und Rüdiger verzieht sich in die recht windgeschützte halboffenen Küchenhütte. Dort ist noch Platz und schnell beziehen wir unser Lager und schlafen noch schneller ein.

Nachts weckt mich ein aufdringlich lautes Schmatzen und Rülpsen. Die Augen fest zugepresst versuche ich das Getöse einzuordnen, was mir aber erst gelingt, als ich die Augen widerwillig doch aufmache….die Esel! Sie machen das, was sie vermutlich jede Nacht machen und suchen vor der Küchenhütte nach Resten vom Essen. Die sind allerdings in einem Karton versteckt und so wird nun unter großem Lärm die Pappe zerpflückt. So richtig grün sind sie sich untereinander auch nicht, denn ständig wird geschubst und laut geraunzt. Dass Rüdiger, der an der Tür, also direkt daneben liegt, so lange ruhig bleibt, erstaunt mich. Irgendwann wecken sie ihn doch aus seinem tiefen Enduroschlaf und er murmelt nur: „…ach ja die Esel….die suchen was zum Fressen.“ Ahhha ;o)

Sebastian wird es zu bunt, er steht auf und wirft den Karton weiter von der Hütte weg. Scheinbar zu dicht an den Container mit dem nun nicht mehr schlafenden Quadfahrer. Sabri hat schnell die Faxen dicke und treibt mit energischen „Haschhasch“-Rufen die Esel durchs Camp. Das war lauter als die Esel es schafften ;o) Den Rest der Nacht schliefen wir erstaunlich gut, der pfeifende Wind war nicht ganz unschuldig daran.

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Dienstag 01.11.2016

Der erste Morgen im November ist wie man sich ihn vorstellt….kalt und klamm. Zum Glück sind wir noch in der Wüste und müssen nicht lange warten, bis es wieder warm wird. Wir frühstücken gemütlich, schauen uns noch an, wie das Quellwasser die umliegende Landschaft formt. Das Wasser sucht sich immer neue Wege durch den Sand, bis es irgendwo dann doch versickert. Bis dahin aber entstehen viele kleine, klare Seen, die alle nicht viel tiefer als vielleicht achtzig Zentimeter sind. Reichlich Buschwerk und Schilf wächst an den Ufern, aber man sieht anhand der verdorrten Vegetation auch, wie schnell veränderlich die Position des Wassers ist. Um acht starten wir in die heutige Etappe. Über 150km soll es etwas weiter östlich unserer gestrigen Route wieder zum Parc Jebil, und von dort aus noch einmal durch die Dünen zurück nach El Biben gehen.

Unsere Hinterachse ist erwartungsgemäß wieder krumm. Wir beschließen kein unnötiges Risiko einzugehen und im Troß mit dem Orgafahrzeug und dem lustigen Tunesier zu fahren. Er hat den Chief of racetruck security mit an Bord….was soll also schiefgehen? Zur Not haben wir ja noch den Bergetruck hinter uns. Also ab in den Sand.

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Rainer fährt vorweg und sucht eine für alle günstige Spur. Das macht er auch richtig gut. Die Anstiege sind nicht so steil wie gestern, wir fahren ja in die entgegengesetzte Richtung. Dafür werden die Abfahrten länger, aber stellen kein Problem dar. Schlimmer ist für uns, dass wir die Dünen nun immer von der „harten“ Seite anfahren müssen. So arbeiten wir uns langsam voran, der Berger immer in Sichtweite…..nanu, wo ist er hin? Wir erfahren über den Orgafunk, er hat sich eingegraben. Mist, und wir haben noch seine zweite Schaufel. Schlechtes Gewissen macht sich breit.

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Gegen 10:00Uhr bleibt unsere Gruppe auch abrupt in einer der breiten Senken stehen und begutachtet den leckenden Kühlwasserschlauch des Tunesiers. Der verfällt aber nicht in Panik, denn er hat alles mit, was man für so eine Reperatur im Felde braucht. Wir staunen über die penible Ordnung in seinen Werkzeugkisten. Alle helfen mit ihren Möglichkeiten und so dauert es nicht lange und der Schaden ist behoben. Gleichzeitig schiebt sich der Magirus über die hinter uns liegende hohe Düne. Sie konnten sich allein aus der Patsche helfen.

So kann es nun weitergehen. Zirka eine Stunde später bleibt der LKW wieder zurück. Mit lautem Knall hat sich die rechte obere Blattfeder verabschiedet und ist gebrochen. Hm. Was nun? Wir erleben wieder ein recht gelassenes Bergeteam. Mit einem Stück Hartholz und einem breiten Spanngurt wird das Federpaket notdürftig „geschient“. Da dies wirklich nur ein Notbehelf ist und die Strecke noch eine ganze Weile durch die Dünen führt, beschließen die Berger abzukürzen und geradewegs zum Nationalpark auf die Piste zu fahren. Dort wollen sie den Motorradfahrer, der ja noch immer samt Bike auf der Pritsche sitzt, absetzen und ihn von der Orga abholen lassen. Sie selber wollen nach Douz in eine Werkstatt fahren. Mit ungutem Gefühl müssen wir den Bergetruck ziehen lassen….jetzt gibt es niemanden mehr, der uns bei Achsbruch aufladen könnte. Aber all die dunklen Gedanken nützen nix, unsere Mitfahrer fahren zuversichtlich weiter. Kein Wunder, wenn wir sehen, wie der Landcruiser auf seinen großen Rädern und mit seiner enormen Bodenfreiheit über die Dünen klettert. Und wie gesagt, er findet fast immer die beste Spur für alle.

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Nur fährt er die Dünen meist schräg an, was bei uns zum häufigen Aufsitzen führt, da wir ja durch die Hinterachse gehandicapt, nicht so schwungvoll fahren können. Wie oft wir dadurch aussteigen und schaufeln müssen, wird keiner gezählt haben. Später am Tage wissen wir dann schon beim Aufsitzen instinktiv, ob wir die Schaufeln überhaupt brauchen, oder ob wir den Niva zu dritt über die Kante wippen können. Das spart Zeit. Die wird wie immer knapp. Jeder gräbt sich mal ein, jeder hilft jedem, wir lernen wieder viel über die Tücken des Sandes.

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Irgendwann haben wir es dann doch geschafft und lassen die Dünen hinter uns. Kurz vorm vereinbarten Treffpunkt mit der Orga denkt sich unser Niva noch ein neues Geräusch aus. Wir haben die Helme auf und versuchen es so gut es geht zu ignorieren, doch das funktioniert leider nicht auf Dauer. Sebastian macht einen gebrochenen Bolzen des hinteren Längslenkers als Spielverderber aus. Vorsichtig kriechen wir die endlosen 15km bis zum Park hinter den anderen her. Wir einigen uns im Auto schon darauf, dass die Orga nicht auf uns warten muß und wir alleine den altbekannten Weg ums Antilopengehege zur Oase fahren. Schließlich wird es bald wieder dunkel und wir müssen ja niemanden länger als nötig für uns beanspruchen.

Großes Hallo am Exit, wir sollen ruhig schon losfahren, da wir so langsam sind, wird uns die Orga eh schnell einholen. Zuvor aber suchen wir noch nach einer Möglichkeit, den abgerissenen Bolzen zu ersetzen. Hier erweist sich der viele Müll ausnahmsweise einmal als Rettungsanker. Zwischen alten Plastikstühlen, entsorgtem Kochgeschirr und alten Schuhen finde ich ein abgewinkeltes Stück Armierungsstahl, der in das Loch passt und den Längslenker wieder einigermaßen fixiert. Mit ein wenig Draht wird er noch gesichert und so machen wir uns auf den restlichen Weg. Wir sind recht flott unterwegs, schauen immerzu in den Rückspiegel, denn die anderen müssten uns längst eingeholt haben. Es wird dunkel, wie immer nicht grad angenehm, aber wir kennen ja mittlerweile den Weg.

Halb acht, gerade rechtzeitig zum Abendessen erreichen wir die Oase, und werden mit großem Applaus im Speisesaal empfangen. Das ist ein schönes Gefühl…..zwar mit etwas Hilfe, aber wir haben es tatsächlich geschafft und waren am See-als einzigstes Auto. Wir können es noch gar nicht recht fassen, erst jetzt durch die vielen Fragen der anderen wird uns bewußt, wie hart die beiden Tage waren. Und ich bin mächtig stolz auf Sebastian und den Niva….und letztlich auch auf mich ;o) Aber noch ist der Abend nicht vorbei und wollen wir morgen wieder mitfahren, müßen wir noch die beiden Männer vom technischen Service aktivieren und animieren, uns unsere Hinterachse zu richten. Im Schein der Lampen und bei einem kühlen Radler gingen sie ans Werk.

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Und das ging so: Vom MAN borgten sie sich die Abschleppstange und gruben sie bündig zur Oberfläche im Sand ein. Sebastian sollte nun den Niva mit den Hinterrädern auf die Stange manövrieren. Dann wurde die Hinterachse neben ihrem Knick durch kräftige Spanngurte mit der Abschleppstange verbunden. Das sie jeweils 50m lang waren erschwerte das Einfädeln etwas, tat aber eigentlich nix zur Sache. Ein Brett unter die Hinterachse, darauf ein LKW-Stempelheber….ein paar kräftige Hübe und schon war die Achse wieder gerade. Ohne auszubauen und in Rekordzeit von einer dreiviertel Stunde. Starkes Stück….nun bloß nicht mehr über die Aktion in der Douzer Werksatt nachdenken.

Der restliche Abend klang nach dem Tanken bei angenehmer Plauderei aus. Morgen verabschieden wir uns von der Oase und leider auch von den Dünen…..

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Mittwoch 02.11.2016

Obwohl der Start heute erst um neun ist, können wir doch nicht ausschlafen, denn wir müssen erst noch 25km zum Startpunkt fahren. Außerdem räumen wir noch Rüdigers Klamotten zusammen und werfen sie auf den Servicetruck. Irgendwie ist er gestern woanders gelandet als wir und kommt nicht noch einmal nach ElBiben.

Wir beginnen die Fahrt wieder an der uns nun schon bekannten Trasse in brennender Sonne.

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Wir sind heute 6 Teilnehmer die in Wertung fahren. Zum Quad und Side-by-side gesellen sich außer uns heute wieder die beiden modifizierten Autos. Die gewertete Strecke führt nur über Pisten und ist 195km lang. Eigentlich nicht zu viel und auch nicht so viele gefährlichen Stellen wie ein paar Tage zuvor. Gerade Piste, Hügel, Senken, ab und an ein Qued, manchmal auch so breit, dass die Piste ihren Verlauf innerhalb des Queds hat. Nichts Spektakuläres, wäre da nicht hin und wieder eine gewisse navigatorische Unschärfe im Roadbook. War es in den vorherigen Tagen fast perfekt und meist auf wenige Meter genau, so kam es heute doch manchmal zu kleinen Ungereimtheiten und Suchereien. Nix Dramatisches, so mußte man halt aufmerksam bleiben. Viele kleine Nebenpisten führten uns in Versuchung, doch schon zu zeitig abzubiegen. Und die vielen Steine….in unangenehmer Größe und über weite Strecken. So entstand einfach kein flüssiger Fahrstil.

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Auf ungefähr der Hälfte der Strecke zwang uns dann ein bekanntes Geräusch zum Anhalten. Unser Provisorium aus Baustahl hatte lange gehalten, jetzt gab es den Geist auf. Aber das Problem wurde nicht übermächtig, denn Sebastian hatte sich am Vortag schon eine Gewindestange passend zurechtschneiden lassen und mit selbstsichernden Muttern zusammen in die Werkzeugrolle gepackt. Zwanzig Minuten später war der Spuk vorbei und wir konnten die holprige Fahrt fortsetzen. 11Qgroß 11Qklein

Wenn auch mit nicht allzugroßem Abstand, so waren wir doch wieder die Letzten im Ziel, was unserre guten Laune aber keinen Abbruch tat. Alles in allem war das ein recht unaufgeregter Fahrtag, wahrscheinlich sind wir aber auch nur von den aktionsreichen Vortagen verwöhnt.

Abends bummelten wir noch ein wenig durch die Stadt und verabschiedeten uns von Douz.

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Donnerstag 03.11.2016

Der letzte Tag in Wertung, was für ein Jammer. Die vergangenen Tage waren ruckzuck vorbei. Um neun ist wieder Start, aber erst in 67km Entfernung, nähe Kebili. Bis dorthin geht es über Asphalt durch Dörfer, Städte und über den El Jerid Salzsee. Wir sind pünktlich mit den anderen 7 Teams am Start.

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Die Wertungsetappe umfasst nur ca. 100km. Dafür gibt es wieder viele Auswaschungen, Spurrillen und viele fiese, enge Kurven in sandigem Geläuf. Teilweise wurde die Piste frisch geschoben und ist nicht viel breiter als der Niva. Heute haben nochmal die PS-starken Fahrzeuge die besseren Karten und die Navigation muß stimmen. Denn die Strecke ist größtenteils sehr schnell zu fahren und fix ist man am richtigen Abzweig vorbei. So werden wir auch recht zügig überholt, können aber durch einen Navigationsfehler des slowenischen Teams zumindest an ihnen wieder vorbeiziehen. Der Untergrund ist sehr lose und teilweise offenbar stark kalkhaltig. Jedenfalls zieht jedes Fahrzeug eine irrsinnige Staubwolke hinter sich her. Das macht ein Überholen fast unmöglich. Und irgendwie haben wir heute Messer zwischen den Zähnen und fahren auch freiwillig nicht rüber wie sonst ;o) Nagut, Rüdiger auf dem Motorrad lassen wir nach einer Weile doch vorbei, denn für ihn wird es im Dust so richtig gefährlich.

Es ist erstaunlich….wir haben einen richtig guten Lauf. Sebastian fährt wie der Henker, verlässt sich voll auf meine Navigation und die passt auch noch hundertprozentig. Die Roadbookbilder folgen einander dicht auf dicht, oftmals sind nur 10-20m zwischen den einzelnen Anweisungen. Da auch keine GPS-Punkte anzufahren sind, geben wir uns völlig dem Rausch hin und meistern, unserer Meinung nach großartig, diese letzte Etappe. Nach der wilden Fahrt durch den Zielbogen merken wir erst, dass wir keinen Schluck Wasser getrunken haben, so hat uns die Etappe in Atem gehalten.

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Wir jubeln noch den nach uns kommenden Fahrern zu und freuen uns mit allen über diesen schönen Moment. Doch lange Zeit für Luftsprünge bleibt nicht, denn es stehen noch 360km Überführung ins Hotel nach Hammamet an. Die anderen fahren schon los, wir wollen noch nicht so richtig, denn irgendwie ist die Rallye ja dann zu Ende. Sebastian holt sich von Martin unseren restlichen Sprit, den wir der Platznot wegen haben von ihm transportieren lassen. Dann wird noch Eddies Motorrad auf den Servicetruck bugsiert und der Zielbogen abgebaut. Nun wird es aber auch für uns Zeit zum Aufbruch und wir machen uns auf den Weg. Dieser letzte Teil führt nun wieder über größere Strassen und Ortschaften teilweise am Meer entlang. Eine Zeit lang fährt der BMW-Fahrer in unserer Geschwindigkeit mit, bis wir dann Appetit auf einen frischen Kaffee bekommen und Höhe Sfax in Richtung Meer abbiegen. Dachten wir doch, es sei eine gute Idee, am romantischen Strand den Kocher auszupacken und noch ein bischen Natur zu genießen. Hatten wir aber nicht mehr an das Müllproblem Tunesiens gedacht und so standen wir nun zwischen niedrigen Büschen vor dem dichten Algenteppich und ärgerten uns wiedermal über den Anblick. Überall, soweit wir blicken konnten waren irgendwelche Zivilisationsreste zu sehen. Ungeachtet dessen sammelten weiter vorn im Uferbereich einige Frauen vermutlich Muscheln. Waren ihre Beutel voll, kamen auf irgendein geheimes Zeichen hin ihre Männer gefahren und holten sie ab. Sicher haben sie bis dahin oben an der Straße in einem der vielen Cafés gesessen und palavert. Die Rollenverteilung muß ich nicht gut finden, ist aber leider überall präsent.

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Nachdem wir noch kurz Gesellschaft von Lolek und Bolek bekommen, sie haben uns von der Strasse aus erspäht (oder doch über´s Explona verfolgt? ;o), brechen wir wieder auf um möglichst noch bei Tageslicht im Hotel anzukommen. Der Plan gelingt, wir erreichen das „LeSultan“ am späten Nachmittag. Sehr viel Hotel und wenig Parkplatz, ist der erste Gedanke. Das Ambiente ist gehoben, unsicher latschen wir in Schlappen voll Sand durchs Voyer. Wir bekommen trotzdem ein freundliches Lächeln von der Rezeption und gehen fix auf unser Zimmer. Dort legen wir nur schnell unsere Taschen ab und ohne uns lang aufzuhalten geht es wieder runter um zu schauen, ob man an´s Meer gelangt. Viel Hoffnung haben wir nicht, zu dominant protzt der Pool. Zum Glück laufen wir noch ein Stück weiter und tatsächlich….im Zaun ist ein Durchstieg und der führt über einige Stufen und Steine direkt in eine kleine Bucht. Welch Glück, und ganz ohne Roadbook gefunden ;o) Nun wird´s hektisch, denn die Sonne neigt sich schon sehr dem Horizont zu und wir wollen unbedingt ins Wasser. Sportlich nehmen wir die Stufen zum Zimmer, ziehen die Badesachen an und schnappen uns Handtuch und Kamera. Aber halt, da ist ja auch noch meine Schiene. Nach sehr kurzem Überlegen befreiten wir meinen Arm von dem dreckigen Ding. Montag beim Arzt wäre ich sowieso in Erklärungsnot geraten, wie ich beim Strandurlaub das Teil so schmutzig bekommen habe.

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Gerade noch rechtzeitig zum schönsten Sonnenuntergang erreichen wir das Wasser. Unbeschreiblich, wie leicht und schön in diesem Moment das Leben ist. Zum Glück bleiben wir auch allein und können das perfekt temperierte Meer so richtig genießen.

Etwas kritisch wird dann der Rückweg durch das Hotel, denn ich habe ein trockenes Oberteil vergessen und Badesachen, womöglich nasse, sind nur am Pool gern gesehen. Doch unbemerkt gelangen wir wieder auf unser Zimmer und schmeißen uns so sehr in Schale wie es für unsere Verhältnisse geht. Also Schlabberhose, Jeans und sauberes Shirt. Wir gehen wieder nach unten, die Anderen treffen auch langsam frischgeduscht ein. Mittlerweile spielt eine Pianistin im Foyer und wir freuen uns auf´s Essen. Das ist, wie eigentlich immer hier in Tunesien, lecker und reichlich. Mit vollem Magen nehmen wir dann im Nebenraum stolz unseren Pokal für das beste seriennahe Auto engegen. Sicher hatten wir viel Anfängerglück und jede Menge Support, aber unsere Gesamtplatzierung an vierter Stelle haben wir uns dennoch hart verdient.

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Nun ging es zum gemütlichen Teil des Abends über, es wurde an jeder Ecke geplaudert und die Stimmung war…..irgendwo zwischen gelöst und sentimental. Leider fehlten Heiko und Oskar, sie brachten den gesamten Abend auf dem Parkplatz damit zu, die Wasserpumpe der GAZelle in Ordnung zu bringen. Nicht als Letzte verschwinden wir gegen Mitternacht auf dem Zimmer.

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Freitag 04.11.2016

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Nach opulentem Frühstück bricht jeder für sich auf, um die letzten 74km bis zum Fährhafen LaGoulette hinter sich zu bringen. Das geht recht schnell und bald schon füllen wir wieder Kontrollkarten aus…..nur dieses Mal leider für die Ausreise aus diesem schönen Land. Händler streifen um unsere Gruppe, nach jeder Runde versuchen sie erneut ihre Datteln und Zigaretten an den Mann zu bringen. Ich gehe mit der Navigatorin vom befreundeten Team in eines der Souveniergeschäfte. Sie handelt so lange, bis der Tunesier sie nur noch loswerden will und am Ende froh ist, überhaupt etwas verdient zu haben. Sie borgt mir ein wenig Geld, weil ich auch noch etwas entdecke. Zum Glück kann ich ihr tragen helfen und als sie alles noch irgendwie im Auto verstaut haben, setzt sich unser Rallyetrupp auch endlich wieder in Bewegung.

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Die weiteren Abfertigungen sind etwas zäh, aber es geht voran. Recht intensiv werden vor allem die Händler auf Herz und Nieren und illegale Flüchtlinge gecheckt. Tut einem schon leid, wenn sie ihre Transporter komplett entleeren müssen. Gute Laune hat dort kaum jemand.

Unser Niva ist wohl augenscheinlich zum Menschenschmuggel wenig geeignet und so bleibt uns das Ausladen erspart. Der Zöllner möchte lediglich einen Blick in´s Portemonaise werfen, um zu sehen ob wir wirklich pleite sind und keine Dinar ausführen. Das bischen tunesisches Bargeld was wir noch haben scheint ihm unbedenklich und wir nehmen es für die Sammler zu Hause mit. Hier und da entwickeln sich Gespräche mit anderen Reisenden, so zum Beispiel mit einem in Holland lebendem Libyer, mit dem wir über Gott, Gaddafi und die Welt quatschen. Zu Hause buche ich einen Sprachkurs, das steht fest ;o) Nachdem wir endlich auf´s Schiff auffahren können, verlegt sich die Warterei wieder auf´s Deck. Von hier oben gibt es immer etwas zu sehen, so beobachten wir wieder den Chefeinweiser, fragen uns, was der Mann mit der Spitzhacke auf dem Schwimmdock sucht und rätseln, wieso der Zwiebeltransporter als Letzter auf die Fähre muß.

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15:45Uhr legen wir endlich ab, schnell verlassen wir den Hafen und Tunis bleibt im Dunst zurück. Sebastian zieht sich recht schnell für ein Nickerchen zurück. Ich bin nicht die Einzige die irgendwie ziellos über Deck streift und die Stimmung wird leicht nachdenklich. Wenn man so über das Wasser blickt und plötzlich viel Platz für Gedanken ist….kurz benutze ich das Taschentuch und bin dankbar, in dem Teil der Welt geboren zu sein, der solche Erlebnisse an der Seite so vieler toller Menschen möglich macht.

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Später nach dem Abendbrot sitzen wir noch ein wenig draußen bei den Anderen. So richtig lustig und ausgelassen will es nicht werden und auch der tunesische Schlagersänger in der Disco ist schwer zu ertragen. Eigentlich hatte ich mir den Abend auf der Fähre etwas anders vorgestellt, aber dafür reichte weder die vorherrschende Stimmung noch mein geborgtes Geld aus. Also den Lieblingsbergern wenigstens noch Kaffee und Bier spendiert und den Abend zügig beendet. Das Einschlafen fällt nicht leicht….vielleicht liegt es am Seegang im Kopf?

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Samstag 05.11.2016

Am nächsten Morgen beim Frühstück haben die meisten schon den Heimweg vor Augen. Ich versuche noch, wie früher im Ferienlager ein paar Telofonnummern und Mailadressen abzuspeichern. Angeblich ist dafür dann im Hafen bei der Ankunft keine Zeit mehr. Gegen 10:00Uhr haben wir einen letzten gemeinsamen Termin, das Abschlußfoto auf dem Hubschrauberdeck. Das droht ins Wasser zu fallen, denn mittlerweile hat sich auch das Urlaubswetter verabschiedet und Regen geschickt. Etwas unklug, die Flipflops stur anzubehalten, das nächste Mal vielleicht doch auf die anderen hören;o) In einer kurzen Wolkenlücke schießt ein Mitreisender doch noch das Gruppenbild und dann heißt es auch bald die Kabine zu räumen.

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Gegen 13:45Uhr legen wir in Genua an, bei Nässe und 12°C. Unten im Autodeck beim Schuhe anziehen überlege ich kurz, wie das mit dem Schleife binden gleich nochmal funktioniert. Obwohl ich froh bin, in trockene Latschen schlüpfen zu können, fühlt sich das sehr unwirklich an.

Der Rest ist leider schnell erzählt. Die Abfertigung geht tatsächlich sehr fix vonstatten. Obwohl ich´s vorher nicht glauben wollte, stieben im Hafen alle Fahrzeuge abrupt auseinander, wir verlieren einen nach dem anderen schnell aus den Augen. Zumal wir in die Innenstadt abbiegen, denn wir sind bis auf die restlichen geborgten 2€ pleite, haben ja aber noch einige Mautstellen vor uns. Nach einer gefühlten Ewigkeit finden wir einen passenden Automaten und machen uns nun auch auf den Heimweg. Unter einer Brücke fahren wir am schweizer BMW-Fahrer vorbei. Er zieht sich die Regenklamotten über, denn er fährt auf Achse nach Hause und mittlerweile regnet es in Strömen. Die Fahrt macht keinen Spaß, wir kommen nicht voran und überhaupt ist alles doof. Einzige Aufheiterung ist ein Kassierer in einem der österreichischen Mauthäuschen. Der schaut schief auf unseren Niva und fragt in breitestem Dialekt: „Woas is´n des fia a Grott´n?“ Wir sind sprachlos und lassen ihm damit Zeit, den Rallyekleber zu entdecken. Grinsend wünscht er uns eine gute Weiterfahrt. Wir schleppen uns bis Innsbruck, suchen vergeblich ein preiswertes Hotel und buchen uns dann resigniert gegen 22Uhr recht alternativlos in ein ziemlich modernes ein. Drinnen genießen wir dann die Dusche und das bequeme Bett, verzichten aber angesichts des Zimmerpreises auf ein Abendessen und stopfen uns mit den letzten Nüssen und Schokoriegeln voll. Geht auch.

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Sonntag 06.11.2016

Nach erholsamer Nacht freue ich mich beim zeitigen Frühstück auf die ersten Vollkornbrötchen seit Langem. Harissa und Oliven suche ich allerdings vergeblich, was Sebastian wiederum nicht stört. Wir tanken noch sehr günstig in der Innenstadt und spulen dann die restlichen Kilometer bis nach Hause im Regen ab. Die Ankunft ist hart, es sind 4°C.

Wir räumen das Nötigste aus dem Niva, klopfen ihm aufs´s Dach, schauen uns an und wissen in diesem Moment schon, was wir im kommenden Oktober machen werden……..

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Sonntag 27.11.2016e

Nun bin ich endlich fertig damit, die mühsam mit der geschienten Hand während der Rallye gekritzelten Wortgruppen in einigermaßen genießbaren Text umzuwandeln. Das fällt manchmal leicht, manchmal bleibt man aber auch mit den Gedanken zu sehr an Einzelheiten hängen. Manchmal kann man das Abenteuer auch nur schwer in Worte fassen; jeder, der zum ersten Mal etwas Vergleichbares erlebt, weiß was ich meine. Die Gefühle hängen fest, man möchte nur noch über dieses eine Thema reden, immer wieder die Bilder dazu anschauen und durchforstet fast täglich das Internet, ob es neue Videos zu sehen gibt. Der Sand ist immernoch allgegenwärtig, nicht nur in Hosentaschen und Niva, sondern auch im Kopf. Mit den meisten der neuen Kontakte ist man wenigstens schon einmal in Verbindung getreten, mit einzelnen schreibt man fast täglich und würde mit ihnen glatt sofort in die nächste Rallye starten.

Einschub und Ende: Apropos nächste Rallye…..jawohl, der Termin für die Rallye ElChott´17 steht schon. Wir sind fest entschlossen, wieder teilzunehmen. Alle Mankos, die wir während der zwei Wochen am Niva und an uns entdeckt haben, sind notiert und wollen in Angriff genommen werden. Erstes „Neuteil“ ist schon da….eine Heckklappe mit aussenliegender Befestigung für die Sandbleche. Aber jetzt erstmal die anderen Projekte……;o)

rallye/rallye-niva.txt · Zuletzt geändert: 2022/01/01 23:30 von nivaadmin